Negros

© "Nik"Klaus Polak, Bonn, Germany

Erstellt: Mai 2004

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(Anfang bis Ende Mai)

Bacolod

Von Iloilo verkehren Schnellfähren dreier verschiedener Gesellschaften in etwa 2 Stunden nach Bacolod. Die erste Klasse kostet 220, die Bretterklasse 190 P, jeweils zuzüglich 10 P Hafensteuer. Am Hafen warten auch schon die Taxifahrer, die sich allerdings standhaft weigern das Taximeter einzuschalten. Eine Fahrt in die Innenstadt sollte nicht mehr als 50 P kosten, auch den Zuschlag von 20 P für den Parkplatz am Schiff sollte man verweigern und ggf. auf die übriggebliebenen warten.
Von Manila aus kann mit Philippines Airlines, Air Philippines und Cebu Pacific Air täglich in einer Stunde, von Cebu aus in 30 min eingeflogen werden.

Leider gab es keine ATMs, die Geld ausspucken wollten, obwohl sie dies bis 10 000 P eigentlich ankündigten und das maestro-Zeichen trugen. Ob es mit 4000 geklappt hätte, bleibt fraglich, da ich noch genügend Bargeld hatte und es nicht ausprobiert habe. Vielleicht gibt es, wie in Boracay und San Carlos auch hier das "Sparkassen-maestro-Problem". In der PCI wollte man mir am Schalter auf VISA-Karte bis zu 30 000 P auszahlen, leider war aber die Angestellte zum Mittagessen und wir im Aufbruch.

Mambucal - Vulkan Mount Kanlaon

Einen schönen Ausflug kann man unterhalb des 2435 m hohen Vulkan Mount Kanlaon (auch Canlaon oder Canla-on) unternehmen. Es ist überlegenswert, sich im dortigen Mambucal Resort (> 400 m ü.N.N.) für ein oder zwei Nächte einzuquartieren. Die Preise sind zwar etwas hochgegriffen, aber gerade noch angemessen. Jeepneys (12) und Kleinbusse (18 P) starten vom Libertad Public Market (South Market) täglich von 7.20 bis 19.00 Uhr, Fahrzeit ± eine Stunde. Letzte Rückfahrt gegen 18 Uhr!
Das Resort bietet großzügige Zimmer mit Terrasse, Bad, AC (allerdings wackligen Metallrohrbetten) zwischen 600 (DZ) und 1500 P (bis 6 Personen), zusätzlich sind 30 P Eintritt in die Anlage pro Person fällig. Swimmingpool, Schwefelquellen, Mini-Kletterwand, Canopy etc. kosten extra. Zwei kleine Restaurants sind vorhanden, für den Abend sollte bei starkem Besucherandrang das Essen (kleine Karte) vorbestellt werden. Besonders am Wochenende und Feiertagen ist eine Reservierung des Zimmers einige Tage im voraus sehr empfehlenswert. Es besteht die Möglichkeit mit eigenem Zelt zu campen. 7090990, 7100800
Neben einem Bad in den heißen Schwefelquellen kann noch ein Ausflug zu den Wasserfällen unternommen werden. Bis zur höchsten, der dritten Kaskade sollten für den später recht steilen Weg etwa 30 - 40 min eingeplant werden. Hier üben sich einheimische Jugendliche im "Todessprung", der von einem etwa 5-6 m hohen Felsen in ein kleines Becken führt. Kurz zuvor hat man einen, allerdings durch Vegetation verstellten Blick bis zur Küste. Der weitere Weg endet schließlich auf dem Kamm der Bergflanke bei einer abgeschiedenen Hüttenansammlung. "Give me money" ist bei den Kids auch bis hierher vorgedrungen.
Für den Ausflug sollte ausreichend Wasser mitgenommen werden, feste Schuhe, zumindest keine Sandalen, sind zu empfehlen. Die unterwegs angebotene "Hanging bridge", die auch noch als Canopy vermarktet wird, ist allerdings gründlich misslungen. Vielleicht macht es aber kleinen Kindern Spaß, für 50 P dort in vielleicht 10 m Höhe einmal entlang zu laufen. Einen Canopy-Walk (und selbst dieser ist schon etwas mager), wie er zum Beispiel im malaysischen Nationalpark Taman Negara durch die Baumkronenregion angeboten wird, kann man nicht erwarten.
Dafür aber gibt es in dem Resort zwei größere Schwimmbecken oder man begibt sich auf den kleinen aufgestauten See und übt sich im Wassertretboot fahren. Kaum zu glauben, aber selbst hier haben alle Einheimischen Schwimmwesten an!
Etwas Besonders spielt sich erst nach Sonnenuntergang ab, weswegen auch eine Übernachtung eingeplant werden sollte. In den Bäumen oberhalb der Straßenbrücke hängen tagsüber deutlich erkennbar Flugfüchse. Mit einem Tele können sie vom Pfad Richtung Wasserfälle fotografiert werden. Sie bilden eine vermutlich noch größere Kolonie als die auf Boracay. Eine Zählung war allerdings unmöglich, da sich die Tiere auch noch bei vollständiger Dunkelheit in Bewegung setzten. Bereits tagsüber heben einzelne Tiere zu einem Rundflug ab und gegen 17.30 scheint die Kolonie in Aufruhr zu geraten, was sich aber bald wieder legt. Erst mit vollständiger Dunkelheit macht man sich auf den Weg ... vielleicht zu den Mangoplantagen in Guimaras?

Fledertiere sind die einzigen Mammalia auf der Welt, die fliegen können. Die Tiere sind behaart und säugen ihre Jungen ebenso wie alle andere Säugetiere auch. Glaubte man noch vor wenigen Jahren nachgewiesen zu haben, dass Klein- (Microchioptera, im deutschen allg. Fledermäuse, Indon. kelambit, Tagalog faniki, Cebuano kulagnik) und Großfledertiere (Megachioptera) von unterschiedlichen Vorfahren abstammen und sich zu verschiedenen Zeiten entwickelt haben (Konvergenz), so sind sie jüngsten Untersuchungen zufolge monophyletisch, d.h. stammen vom gleichen Vorfahren ab. Flughunde  werden der Familie der Großfledertiere mit hunde- / fuchsähnlichem Kopf zugeordnet. (Pteropus lanensis lanensis, Indon. kalong, Tagalog kabug, Visaya kabilaw + Pteropus vampyrus malaccensis). "Flugfuchs" ist ein anderer Begriff für Flughund, der wortwörtlich aus dem englischen "Flying Fox" übersetzt ist; im Deutschen ist Flughund üblich, Flugfuchs bei fuchsähnlichem Kopf aber möglich.
Die Familie der Großfledermäuse sind Früchtefresser. Die größten Arten erreichen ein Gewicht bis zu 1,5 Kilo bei einer Flügelspannweite von bis zu 2.00 m (!). Ihre Orientierung erfolgt nicht wie bei den Kleinfledermäusen mit Hilfe von ultrahohen Schallwellen, sondern mit Augen und Nase. Den Tag über verbringen sie in Großkolonien, die 10.000 Mitgliedern zählen können, schlafend in einem Baum hängend (kleinere Arten bevorzugen, wie die Fledermäuse, Höhlen), in Mangrovenwäldern und im tiefer gelegenen Regenwald. Kann man sie beobachten, ist deutlich erkennbar, wie sie sich in der Sonnenhitze mit den Flügeln Kühlung zufächeln. Ihre Stimmen klingen wie die Laute einer liebestollen, aber in den Stimmbruch geratenen Katze, besser weiß ich es nicht zu beschreiben.
Kurz nach Sonnenuntergang erhebt sich die gesamte Kolonie zu den Futterquellen, oft Mangoplantagen denn Regenwälder gibt es kaum noch, die manchmal über 70 km entfernt sind - ein eindrucksvolles Schauspiel.
Wer glaubt, dass die (nicht nur) indonesischen Kinder abends ihre Drachen nur aus Spieltrieb steigen lassen, täuscht sich meist. Als Früchtefresser wird den Flughunden ein besonders schmackhaftes Fleisch nachgesagt und - leider - gerne gejagt (wie man auch in Banda Aceh, Medan, Sulawesi oder Pangandaran und dem übrigen Indonesien sehen kann). Da sie ihre, den Einheimischen bekannte, allabendliche Flugroute instinktiv auf wenige Meter genau einhalten, verfangen sie sich in den Leinen, die mit vielen Angelhaken gespickt sind. Oft verenden sie noch vor dem Verkauf oder werden mit ausgebreiteten Flügeln wie gekreuzigt aufgehängt angeboten.
Es muss allerdings - nicht nur in diesem Zusammenhang - ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Kinder damit einen Beitrag zum Einkommen der meist unterprivilegierten Familien leisten, die ihrem Überleben - selten dem "Luxus" - dienen. Unser im Laufe von Jahrzehnten gewachsenes Umweltbewusstsein und unsere Art mit Tieren umzugehen (ich erinnere aber auch z.B. an die Rindertransporte quer durch Europa) kann hier nicht radikal durchgesetzt werden, solange vielen die primitivsten Grundlagen eines menschlichen Lebens fehlen.

Negros Translink Highway

Ceres Liner fahren die 145 km lange Küstenstraße in 3½ h oder in 2 h 15 min die 86 km "kurze", serpentinenreiche Strecke des Negros Translink Highway auch Eco-Tourism-Highway genannt quer durch die Insel nach San Carlos (erst 1998 fertiggestellt). Für 78 P (AC ist etwas teurer) ist man dabei und erlebt eine sehenswerte Strecke. Wer im Mambucal Resort abgestiegen ist, braucht nicht wieder zurück nach Bacolod, sondern kann sich vor Murcia an der Abzweigung nach Salvador Benedicto vom Jeepneyfahrer absetzen lassen. Etwa halbstündlich kommen hier die Busse vorbei.

Nachdem von Bacolod aus die nobleren Vororte und das Cockpit-Stadion (sieht aus wie eine Basketballarena) passiert sind, steigt die Straße bis zur Abzweigung Mambucal / Salvador Benedicto (knapp 20 km von Bacolod) zunächst gemächlich an. Links und rechts herrschen hauptsächlich Zuckerrohrfelder vor, Wasserbüffel suhlen sich im Schlamm, riesige Lastwagen mit den von Hand geschlagenen süßen Stängel kommen uns entgegen. Nach etwa 40 Minuten windet sich die Straße durch die tief zerfurchten Ausläufer der Bergflanken bis Salvador Benedicto, gut 40 km vor San Carlos, in vielleicht 700 m Höhe erreicht ist. Hier endet auch vorläufig die betonierte Strecke und Staubmasken werden für die nächsten 20 min notwendig. Die Straße bleibt im wesentlichen auf dieser Höhe, streckenweise ergeben sich wunderbare landschaftliche Blicke. Reisterrassen (bei Kabagtasan / Codcod) und ursprünglicher Wald - leider nur - in den Gipfelregionen machen die Fahrt zu einem Erlebnis. Im weiteren Verlauf führt der erst kürzlich fertiggestellte Translink-Highway durch eine kahle Hügellandschaft und erreicht 23 km vor San Carlos bei Prosperidad eine große Y-Kreuzung.
Nach rechts ist die Abzweigung zu einem Abstecher Richtung Canla-on (Kanlaon) ausgeschildert. Wenige Hundert Meter später endet die betonierte Straße und geht in eine breite, stellenweise mit steinigem Untergrund, aber mit einem kleinen Moped bei vorsichtiger Fahrweise gut passierbare Schotterpiste über. Nach ca. 3 km passiert man eine Brücke und muss sich an der Abzweigung links hinauf halten, 7.5 km nach dem Abzweig erreicht man die ersten Reisterrassen, die sich gegenüber den weltberühmten in Bali nicht verstecken müssen. Bis zum Ende der Sackgassenstraße ergeben sich immer wieder schöne Landschaftsmotive. Das saubere Dorf Quezon ist nach 12 km erreicht, das gottverlassene Dörfchen Codcod nach 42. Quezon wird, und das ist in den Philippinen wohl einzigartig, seit vielen Jahren von einer matriarchalischen Bürgermeisterin regiert. Wehe dem, der von ihr beim Wegwerfen von Müll erwischt wird. Und so erreicht sie auch eine Separation, wie kaum von einer modernen, automatischen Müllsortierungsanlage erreicht wird. Das Dorf verfügt zudem über eine City Hall, die ausnahmsweise mal nicht protzig, dafür aber einen Park mit vielen Blumen und Pflanzen vorweisen kann. Die gesamte Dorfhauptstraße ist durchgehend betoniert, Hospital, Schule und andere gemeinnützige Einrichtungen sind in erfrischend gutem Zustand, es ergibt sich der Eindruck, die öffentlichen Gelder werden wirklich sinnvoll und ökonomisch eingesetzt.
Reich sind die Menschen hier nicht, aber offensichtlich glücklich. Fast immer werden wir, wenn auch zunächst ungläubig, freudig lächelnd begrüßt. Die Bars und Restos sind hier so klein, dass offensichtlich kein normaler Billardtisch hineinpasst oder er ist zu teuer oder beides. Jedenfalls hilft man sich geschickt mit einer kleineren Version und spielt mit selbstgezimmerten Bambusqueues und großen Glasmurmeln. Inzwischen habe ich es auch aufgegeben und meinen Namen vergessen. Tausende Philippinos und Philippinas können sich nicht irren, ich muss "hey Joe" heißen. Auch habe ich gelernt, dass es keinen Platz "am Arsch der Welt" mehr gibt. Die ganze Welt scheint entdeckt und selbst in den fernsten Winkel findet man immer wieder einen Internetanschluss - falls nicht gerade ein Brownout herrscht - und auch die Reisbauern scheinen immer ihr Handy dabei zu haben. Allerdings sollte man sich in den Philippinen angewöhnen, schon von weitem entlegene Hütten mit einem "Tao po" ("Mensch bitte" auf gut deutsch: "Ist jemand zu Hause?") anzurufen. Denn an einer Bambushütte kann man nicht klingeln oder anklopfen.
Leider muss der gleiche Weg zurückgefahren werden, erst später haben wir erfahren, dass es eine Rundstrecke ab Quezon Richtung Canla-on und von dort zur Ostküste nach Makapso, südlich von San Carlos, geben soll.

Achtung! Die Anfahrt des Vulkans nach Canla-on (Kanlaon) aus, sollte man vorher mit Einheimischen, besser Expats aus San Carlos (die wissen vermutlich eher Bescheid als die in Bacolod) diskutieren. Nach verlässlichen Auskünften gibt es dort z.Z. kaum noch einen Polizist, nachdem die NPA vor nicht allzu langer Zeit fast die gesamte Polizeibesatzung in einen Hinterhalt gelockt und umgebracht hat. Auch den deutschen Entwicklungshelfern wurde 2003 geraten, vorläufig das Gebiet zu meiden! Dies sollten auch Touristen beherzigen!

Zurück auf dem Translink ist man noch etwa 45 gemütliche Mopedminuten von San Carlos entfernt und sieht bei den Kilometersteinen 66 - 68 die adaptiert genannten Choco Hills, da sie an die Chocolate Hills von Bohol erinnern. 237 von ihnen wurden in dem Barangay Hinakpan gezählt. Dessen Name wiederum leitet sich von der Hartholz des Takpan-Baumes ab, den es hier in früherer Zeit in großen Mengen gab. 
Ab KM 71 beginnt der 16 km lange, stellenweise in abenteuerlicher Führung in die Steilwände der Berge geschlagenen Abstieg zur Küste. Es ergeben sich immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Küstenlinie und die vorgelagerte Insel Sipaway mit Cebu am Horizont. Vom KM 72 an geht z.Z. die Straße noch in eine 4 km lange Schotterstrecke mit einigen Querrinnen (Vorsicht mit dem Moped!) über. Bei KM 75.5 liegt der gesponserte Memorial Tree Park, der einen schönen Blick über die auslaufenden, steileingeschnittenen Täler aufweist, allerdings seiner Namenserklärung schuldig bleibt.
Zum Transport auf dem Highway verwenden vornehmlich die Jungen kleine Holzschlitten mit Rollen, um vor allem Trinkwasser und auch andere Güter zu den elterlichen Hütten zu transportieren. Auf dem Rückweg nutzen sie die Gefährte dann für halsbrecherische Rennen - auf der stark befahrenen Straße nicht ungefährlich.
Beim KM 82 spalten sich die Spuren der Straße ungewöhnlicherweise um einen Baum herum auf. Vielleicht sind ja auch hier wieder Tamawos am Werke gewesen. Kurz darauf sehe ich den ersten Hund, der Kokosnuss frisst. Dabei sah der gar nicht einmal so abgemagert aus.
Für die gesamte Fahrt sind gemütliche 8 Stunden mit einem kleinen Moped zu veranschlagen, ein Ausflug von San Carlos nach Codcod und zurück schlägt mit ± 4 Stunden zu Buche.

San Carlos

Der Stadtplan des Reisehandbuches muss etwas geändert werden. Der Busterminal (Nr. 3) gehört auf die andere Straßenseite, die Beschriftung "Richtung Bacolod" muss ergänzt werden durch "Küstenstraße", der Translink-Highway führt über die Ilang-Ilang St..

Getrübt wird der Aufenthalt durch ATMs bei der BPI und Metrobank, die offensichtlich kein Geld für maestro-Karten ausspucken wollen, obwohl Aufkleber dies ankündigen, auch 10 000 P angeboten werden, aber auf einmal ist die "Transaction canceled"! Dies soll angeblich nur für Sparkassen-maestro-Karten gelten, ähnlich wie auf Boracay erlebt. (Übrigens: die Sparkasse Bonn sah sich nicht in der Lage, diesbezüglich eine Dringlichkeitsanfrage per E-Mail zu erledigen!!) Auch auf VISA-Karten gab es kein Cash am Bankschalter. Die Equitable PCI Bank direkt am zentralen Markt hat zwar keine ATM, bietet seit dem 27.4.2004 aber mit einen VISA-Kartenleser in der Bank Cash an. 20 000 P waren kein Problem! (Pass mitnehmen!) Wir hatten das Privileg die ersten Kunden zu sein, weswegen alles etwas länger dauerte.

Immer vom 3. - 5. November bietet das Städtchen den Einwohnern und Besuchern das Pintaflower Festival an. Die mit Blumen-Tattoos und farbenfrohen Kostümen geschmückten Tanzgruppen treten bei einem Umzug durch die Stadt in einen künstlerischen Wettstreit.

Ein Moped kann man sich bei Vic Agravante in der Nähe des Skyland Hotel, Magsaysay St. (da, wo der gelbe VW Käfer steht) für 300 P / 24 h leihen, aber darauf achten, dass die Bremsen funktionieren! Auch sollte ein internationaler Führerschein und, falls vorhanden, zumindest zum Schein ein Helm mitgenommen werden - es gibt des öfteren Polizeikontrollen. Und darauf hinweisen, dass man das Moped privat erhalten hat, also keinen Mietpreis nennen bzw. irgendwie herausreden.
Ein schöner Ausflug führt entlang der Küstenstraße Richtung Norden zu dem kleinen Dorf Palampas, etwa 7 km entfernt. Nach Verlassen der Stadt liegen rechter Hand weite Becken zur Aufzucht des auf den Philippinen beliebten und teuren "Bangus" 64. Kurz vor einer kleinen Brücke zweigt nach links eine auffallend breite Schotterstraße ab. Dieser folgt man, bis das kleine Dörfchen erreicht ist und hält sich rechts eine steile, betonierte Straße hinauf. Von der Anhöhe ergibt sich ein schöner Blick über das kleine, tief eingeschnittene Tal. Der folgende Schotterabstieg ist für etwa 100 m etwas schwierig, weswegen wir auf Grund der defekten Bremsen verzichtet haben. Ungefähr 1 bis 2 km weiter soll es einen schönen Wasserfall und eine Grotte geben; u.U. ist eine Rundtour zurück zur Küstenstraße möglich. Ca. 1 km vor Palampas zweigt in einem dichten Bambushain ein Weg nach links ab. Kurz darauf ist eine flache Furt zu passieren, danach führt die Straße etwa 100 m über dem Talgrund am Hang entlang. Bis auf einige Motorräder, Hirten, grasende Ziegen und herumirrende Schweine wird es nun sehr einsam, dafür geizt die Strecke nicht mit Ausblicken. Nach wenigen km ist ein Dorf erreicht, dessen Namen wir nicht in Erfahrung bringen konnten. Für die gesamte Tour sind hin und zurück bei gemächlicher Fahrt drei Stunden einzurechnen.
Ist noch genügend Zeit vorhanden, kann man alternativ der Küstenstraße weiter nach Norden folgen. Nach etwa 45 min zügiger Fahrt durch mäßig interessanter Landschaft ist Calatrava erreicht. Hier führt links ein nicht ausgeschilderter Weg in 10 - 15 min nach Paghumayan (ggf. nachfragen). Sind links ein großes, beschriftetes Metallschild, das um Mitleid wirbt, rechts eingefasste Bäume erreicht, sollte man anhalten, mehrfach kurz auf die Hupe drücken und anschließend alle nicht niet- und nagelfesten Utensilien wohl verstauen. Selbstverständlich führt man einige süße Brötchen oder Bananen mit, denn diese erwartet die Horde von Langschwanz-Makaken 148, die alsbald auftauchen wird. Eine Population von mindestens 50 Tieren lebt hier, verdrängt von den immer höher greifenden Anbauflächen, nun in einer steilen Schlucht einigermaßen geschützt. Das Zubrot ist nach Auffassung der philippinischen Begleiter erforderlich, um sie von den Plantagen abzuhalten. Ob dies einer natürlichen Ernährung zuträglich ist, wage ich stark zu bezweifeln. Vielleicht sollte sich mal eine Naturschutzorganisation darum kümmern, bevor es zu spät ist.
Auch zu den Reisterrassen Richtung Codcod über den Translink Highway Richtung Bacolod lohnt sich ein Ausflug.

Vor der Stadt liegt die etwa 600 m x 5 km große Insel Sipaway. Mit einer Banka (Ohrenstopfen) gelangt man für 5 P hinüber, muss aber warten, bis sich das Boot mit 25 Personen gefüllt hat ... was dauern kann. Alternativ zahlt man die fehlenden Personen zusätzlich und der Motor springt an. Die Rückfahrt sollte tunlichst vor 17 Uhr erfolgen, falls man nicht auf der Insel übernachten möchte.
Dies ist zur Zeit im Whispering Palms Island Resort möglich, das vom Deutschen David Bilan und seiner philippinischen Frau geführt wird. Entweder man ruft an und der Abholservice wird bereits ab San Carlos organisiert oder man fährt auf eigene Faust hinüber und nimmt sich dann ein Tricycle (5 P). Wer zu Fuß gehen möchte, läuft senkrecht vom Hafen auf die andere Inselseite und hält sich dort an der querenden Straße links. Nun gilt es allerdings rasch zu fragen, denn es gibt einen nicht ausgeschilderten Abkürzungsweg. Ansonsten ist ein längerer Fußmarsch, meist ohne einen Windhauch, einzuplanen. Die "offizielle" Abzweigung ist dann ausgeschildert. Wird die Anlage ohne Übernachtung genutzt, sind 150 P Konsumation fällig, die allerdings auf Softdrink und Essen angerechnet werden.
Bei Betreten des Geländes sind wir ziemlich baff, so etwas hätten wir hier nicht erwartet. Ich will nicht gerade von einem LuxusResort sprechen, aber die Anlage hat schon so einiges zu bieten, was auch die höheren Preise erklärt. Dazu gehören Pool, Gymnastikraum, Bar, (auch wenn ich es ablehne) ein kleiner Privatzoo mit Krokodil und Nashornvögeln, Riesenschach, betonierten Unterwasserweg (!!) zum Korallenriff ... . Allerdings gibt es nur einen Ministrand, der Rest ist Mangrovengürtel, aber man kann Dank dieses Ausbaus prima schwimmen und recht ordentlich schnorcheln. Und das Ganze spielt sich auf einem sehr geräumigen Gelände in einem "flüsternden Kokosnusshain" ab und hat April 2004 seinen Startschuss bekommen.
DZ mit Fan 1000, DZ mit AC 1500, Bungalow (6 Personen) 2500 P. 0916 2019402, 0917 7018250, 0049 (0) 1717279125 (auch SMS)
Alternativ kann man noch im White Sand Beach Resort bei Ermita nächtigen, das wir aber nicht besucht haben.
Die Insel ist Biologen recht bekannt als Resort von über 30 Vogelarten und hat zudem einen sehenswerten, riesigen alten Balete Baum (Banyan??) in der Nähe von San Juan zu bieten.

Monopoly à la San Carlos

San Carlos ist die sauberste Stadt, die wir bisher auf den Philippinen gesehen haben und später noch sehen werden. Verstärkt wird der positive Eindruck durch etliche Privathäuser, die sich mit vielen Topfblumen und -minibäumchen vor ihrem Haus geschmückt haben. Noch überwiegen Padicabs (auch Trisicads genannt = ein Fahrrad mit überdachtem Beiwagen) das Straßenbild; eine Fahrt kostet pro Nase 3 P! Die meisten haben zunächst einen Mietpreis von etwa 400 P pro Monat für den Unternehmer einzufahren, bevor sie Gewinn machen. Das führt dazu, dass die Straßen insbesondere tagsüber mehr Padicabs enthalten als Fußgänger. Um im Wettbewerb auf sich aufmerksam zu machen, aber auch als Warnung, wird eine Balghupe eingesetzt, deren Ton mich an mein Quietschentchen in der heimischen Badewanne erinnert.
Es macht Spaß durch die Straßen zu schlendern und mit neugierigen Kindern und Erwachsenen Englisch und Tagalog bzw. Cebuano zu üben.
Die etwa 120 000 Seelen des Distrikts weisen eine überdurchschnittliche Zuwachsrate von über 3% auf. Und das nicht durch Zuwanderung, sondern durch die Geburtenrate. Das bedeutet, in 30 Jahren wird sich die Bevölkerung vermutlich verdoppeln. Fünf Familien teilen sich den gesamten Grundbesitz, eine davon mehr als die anderen, und hat damit das Obersagen. Hier herrscht eine funktionierende demokratische Diktatur, die ihresgleichen in den ganzen Philippinen sucht. Opa Ledesma hatte weiland den Plan San Carlos zu DER Metropole in den zentralen Visayas auszubauen, was nun zügig von den Enkeln vorangetrieben wird und vom Sohnemann, der inzwischen Senator ist, mit Geldern aus Manila unterstützt wird. Grundlage ist dabei eine Art Monopoly der Zuckerbarone. Wenn mal wieder eine 6 gewürfelt wird, entsteht ein Flughafen, der bis 2005 in Betrieb gehen soll, um der überlaufenen Cebu City den Rang abzulaufen. Das Ganze wird in einem zukunftsweisenden 30-Jahre-Entwicklungsplan eingebunden, für den so mal eben eine neue, selbstverständlich demokratisch-diktatorische Stadtverordnung erlassen wurde: jeder folgende Bürgermeister muss sich daran halten, um Kontinuität zu gewährleisten - und das mehr oder weniger einstimmig. Letztere Bemerkungen sind in den Philippinen unbekannte Begriffe, da jeder neue Funktionär sofort die Baumaßnahmen des Vorgängers einstellen lässt. Schließlich will man verhindern, dass auch noch nachträglich Lorbeeren geerntet werden. Und die Fünf werden dafür sorgen, das ist sicher. Bei der nächsten 6 werden großzügig Straßen geplant. Indem die Seitenstreifen für eine spätere Verbreiterung zunächst nur mit Schotter gefüllt werden, wird für hiesige Verhältnisse ungewöhnlich weit vorausgedacht, denn ein Aufkauf in vielleicht 10 Jahren bedeutet enorme Zusatzkosten. Die zur Zeit nur geduldeten, mehr oder weniger illegalen Hütten dagegen lassen sich in einer Übernachtaktion plattmachen. Eine weitere 6? Ehemalige Zuckerrohrfelder werden der Stadt geschenkt, auf der schon Anfänge eines Peoples Park (Reclamation Area) entstanden sind, der in den nächsten Phasen mit etlichen Attraktionen ausgestattet werden soll. Auf anderen Flächen ist bereits die neue, moderne City Hall entstanden, umgeben von einer ebenso großzügigen Center Mall. Eigentlich ein großer Park, etwa 400 m nördlich der Gaisano Mall (diese befindet sich direkt neben dem Busterminal), lädt er zum Verweilen ein. Ein klassischer Pavillon und vier kleine Bars, die sich leider gegenseitig mit - allerdings guter - Musik beschallen, locken am Abend bis Mitternacht vorwiegend den Mittelstand zu einem Umtrunk. Drei riesige Akazien, dicht mit Efeutute bewachsen, Kinderspielplatz, weite Rasenflächen mit beweglichen Fußballtoren und ein Basketballfeld sind nicht nur das Ziel für Sportler, hier lassen sich auch Familien zu einem Picknick nieder.
Eine relativ saubere öffentliche Toilette steht zur Verfügung.
Auch Krankenhaus (leider mangelt es an Medikamenten) und Schulen wirken modern, der Hafen wurde bereits stark ausgebaut und, man mag es kaum glauben, es existiert ein funktionierendes Abfallsystem! Mit dazu beigetragen hat der deutsche Entwicklungsdienst, der einen technischen Berater der Stadtverwaltung zur Seite gestellt hat. Klaus hat vielfältige Erfahrungen als Reisender in aller Welt gesammelt und ist nun "Consulting Assistant" für die Mülltrennung, künftige Verwertung und geplante Deponie. Klar, dass auch dafür ein paar ha Zuckerrohrfeld verschenkt wurden, nur einen kleinen Teil musste man dazu kaufen.
Ob die 5 Weisen der Stadt allerdings alles ohne Eigennutz sponsern, bleibt zunächst einmal dahingestellt. Nicht vergessen sollte man das Monopoly-Spiel. Auch dabei können Grundstücke über die Spielzeit hinweg an Wert erheblich gewinnen, man muss einfach nur geschickt investieren, intrigieren und integrieren. Da werden auf einmal neue Waldnutzungszonen ausgewiesen, Agrar- wird zu Bauland ... und jeder bekommt es mit, nichts läuft "unter dem Tisch", alles wird ganz offen ausgehandelt. Und wenn einige dabei noch reicher werden - das kennen wir doch wohl auch aus Boracay, Panama, Deutschland ... mit einem kleinen Unterschied hier tut sich was für die Bevölkerung!

Busfahrt nach Dumaguete

Ceres Liner fahren für 144 P (AC) in etwa 3½ h, die DVD-Präsentation ist in ihrer Lautstärke wie immer nervend. Die Straße präsentiert sich als überwiegend gut, Schlaglochstrecken sind zuweilen in den Städtchen zu erwarten, seltener außerhalb. Jackfruchtbäume 129 (eine der größten Früchte der Welt und bis zu 50 kg schwer) sind mir bisher entweder entgangen, selten unter die wachsamen Augen geraten oder an der Ostküste tatsächlich besonders häufig. Es herrscht über die gesamte Strecke hauptsächlich Mangroven- und Kiesstrand vor.
40 min nach Abfahrt wird in Calamba ein größerer Anleger erreicht, vor dem sich auch ein grobkörniger Sandstrand befindet. Nach 1 h ist Guihulngan erreicht, wo eine fünfminütige Pinkelpause eingelegt wird. Hier sehe ich in der Vorbeifahrt auch das Hotel Casa Parilla. Die folgende vorzeigbare Strandpromenade ist gleichzeitig die Durchgangsstraße. Am südlichen Ende befindet sich ein kleiner Badestrand. Am KM 115 hat sich ebenfalls ein Strand gebildet, bei KM 112 liegt das von außen nett aussehend Paradise Beach Resort mit kleinen Bambushütten, die vielleicht nur für Tagesgäste eingerichtet sind. Danach liegt wieder überwiegend Geröllstrand vor, bis nach 1 h 20 min, KM 103, das relativ große Dorf La Libertad mit einem breiten Fluss erreicht ist. Im folgenden beobachte ich wieder Mangrovengürtel.
Vereinzelt sind kleine Mango-, Mahagoni- und Teakplantagen zu sehen. Interessant ist in diesem Abschnitt der Versuch, Zuckerrohr- mit Palmenplantagen zu kombinieren. Wenn ich daran denke, wie stark Kokosnusspalmen (Cocos nucifera) das Grundwasser absenken, kann dies vielleicht ökonomisch, nicht aber ökologisch sinnvoll sein. Hoffentlich denkt hier mal jemand daran dies zu überprüfen und regulierend, von kontrollierend wage ich gar nicht zu sprechen, einzugreifen.
Am KM 87 fällt mir das Hanseatic Beach auf, das über einen kleinen Pool verfügt. Es liegt wenige km nördlich von Iniban. Es beginnt eine lockere Serie von marinen Schutzgebieten in der Größenordnung von ± 20 ha, die sich über etliche km erstrecken. Laut verlässlicher Auskunft sind sie Resultat eines internationalen Projekts zur Rekultivierung des Mangrovengürtels. Es soll auch ein Lehrpfad für die einheimische Bevölkerung durch die Mangroven geben.
1 h 50 min ist Ayungon erreicht, 2 h 10 min Bindoyent, die sich als saubere Kleinstadt aber für ihre Größe mit ungewöhnlich aufwändigen Bauten präsentiert. Hier hat sich ein Tricycle einen eher abschreckenden Namen zugelegt: Heaven's Way. Also, wer damit fährt, geht sicherlich ein beabsichtigtes Risiko ein und landet dann vermutlich im "Ableger" in Bacolod: ein Bestattungsunternehmen, das sich Heavens Gate nennt. Na denn, gute Fahrt!
Am KM 64 beginnt in der bisher topfebenen Fläche ein Hügelanstieg, der einen niedrigen Pass beim KM 61.5 erreicht. Nach 2 h 20 min Busfahrt ist Manjuyod erreicht. Am KM 55 fallen mir viele Langholzhäuser auf, die parallel zu Meeres(?)becken stehen. Die Funktion ist mir nicht begreiflich, ich vermute irgendwas mit Fisch (Elch wäre wohl falsch). 2 h und 35 min nach Abfahrt ist das relativ große Bais erreicht. Von hier sollen sich Fahrten zu Wal- und Delphinbeobachtungen in der Tañon Strait zwischen Negros (ursprünglich Bglas genannt) und Cebu unternehmen lassen.
Ungefähr am KM 38 steht links eine alte, frisch lackierte Lok, die Kenner sicherlich zu einem Stopp animieren wird, nach 2 h 55 min ist Tanjay erreciht. 10 min später werden weite Flächen von Bangus 64 - Farmen passiert, am KM 23 mehrere Strände für Tagesgäste. In Tampi befindet sich ein größerer Fährhafen nach Cebu, wo auch Busse übergesetzt werden.
Es folgen: Protected -, Multiple use -, School -, Transport - und Tourisme Zone, offensichtlich ein wohl organisiertes Gebiet der bald folgenden Stadt. Am KM 8 wird der Anleger zum Mainit Fährschiff (die preiswerteste und schnellste Möglichkeit nach Cebu zu gelangen), nach 3 h 35 min der Flughafen passiert.

Dumaguete

... ist 167 km südlich von San Carlos gelegen. Es bekam seinen Namen nach dem Visayawort daguit, was soviel wie entführen bedeutet. Moro Piraten hatten damals die Angewohnheit zu marodieren und "nebenbei" auch noch die Schönen der Gegend zu verschleppen.

ATMs gibt es alle 3 Meter, allerdings führen nur wenige die internationalen Kreditkarten auf. 10 000 P in einem Rutsch lieferte zweimal hintereinander die BPI, an der zentralen Plazza und in der Nähe der Worldview Pension, in einer Verbindungsstraße zur Uferpromenade. PCI stellt sich ungewöhnlich zaghaft an und bietet max. 5000 P pro Abhebung.

Ceres Liner bieten um 6 Uhr morgens einen direkten Transport ab Dumaguete nach Cebu über den Fährhafen Tampi an, so dass man z.B. bis nach Moalboal bzw. Cebu City im selben Fahrzeug sitzen kann.
Von Dumaguete geht es um 7.15 und 16.00 mit Supercat nach Tagbilarahan / Bohol.

Ein schöner chinesischer Tempel ("Church of the bell") befindet sich am südlichen Ufer des Flusses direkt am Meer. Leider kann man von der Uferpromenade aus nicht direkt durchlaufen, sondern muss dummerweise dazu zum südlich ausfallenden Highway laufen, die Brücke überqueren und dann wieder Richtung Meer. In dem taoistisch geprägten Gotteshaus erklärt man gerne dem ausländischen Besucher einige Besonderheiten. Viele Gläubige suchen Antworten auf persönliche Fragen und werfen dazu zwei sichelförmige Holzscheibchen mit einer glatten und einer gewölbten Seite. Je nachdem wie sie fallen heißt es neu werfen oder einen Holzstab ziehen, der wiederum auf eine Nummer in einem Buch verweist. Hier sind allen möglichen Fragen zu den Themen wie Krankheit, Geschäften, persönliches Glück usw. Antworten gegenüber gestellt. Zu jedem "Würfelspiel" darf allerdings nur eine Frage gestellt werden, so dass die Kombination aus Fragen, Nummern des Holzstabes und der Antwort exponentiell ansteigt. Ein geschicktes System Gläubige bei der Stange zu halten, denn die "Antworten" werden sich in einem Menschenleben mit Sicherheit nicht wiederholen.

Gegen 22 Uhr heult in Dumaguete eine Sirene. Nicht dass ein Feuer ausgebrochen wäre, nein, die Jugendlichen unter 18 Jahren haben nun in die elterliche Wohnung zu verschwinden. Einige Minuten später kündigt eine zweiter Sirenenton an, dass die Zivilpolizisten unterwegs sind und jeden über Nacht in das Gefängnis stecken, der jetzt noch unterwegs ist. Dabei gilt auch nicht die Ausrede, mit einem Elternteil unterwegs zu sein - hier ist man strikt, Ausländer bekommen allerdings einen Bonus, den man aber nicht übertreiben sollte!

Die Stadt hat wohl die größten Tricycles der ganzen Philippinen! Eine Fahrt im Stadtgebiet kostet z.Z. 4½ P pro Nase. Im Zentrum und an der Strandpromenade ist es tagsüber durch die vielen Gefährte furchtbar laut, die Luftverschmutzung entsprechend und ähnelt zeitweise der Luftzusammensetzung der Uratmosphäre, insbesondere bei Windstille!

Unterkünfte, Essen & Trinken

Der entwöhnte Tourist bekommt in dieser Stadt so gut wie alles, worauf er auf seinem bisherigen Weg verzichten musste. Dazu gehören auch Ciabatta, Cornichons, Schinken, Rotkohl, Pumpernickel (!) ... alles u.a. im Delikatessenladen des Why Not an der Uferpromenade erhältlich. In der San Juan St., fast Ecke Rizal Boulevard gibt es ein weiteres Delikatessengeschäft mit einer umfangreicheren Auswahl an ausländischen Produkten. Nicht nur dies sind Hinweise auf die vielleicht 1500 Expats, die sich hier und in der weiteren Umgebung angesiedelt haben.
Ebenfalls in der San Juan St., neben dem Deligeschäft, residiert David's Salon, einer der wenigen in der Stadt, die wirklich etwas von ihrem Geschäft verstehen und auch einen europäischen Haarschnitt einigermaßen hinbekommen (120 P). Bei den kleineren "Coiffeuren" im Markt ist man schon mit 40 P dabei, Bärte kosten ebensoviel. Da allerdings Philippinos selten einen ausgeprägten haben, sieht man dann aber auch entsprechend gerupft aus.

Jeden Samstag auf Sonntag kommen die "Leute aus den Bergen" nach Dumaguete und halten zwischen 2 Uhr und 7 Uhr (sic! - also direkt von der Disco dorthin?) einen großen Nachtmarkt auf den Straßen beim Obstmarkt ab. Sehr sehenswert!!

Mopeds kann man sich bei mehreren Anbietern an der Durchgangsstraße / Ecke Obstmarkt leihen.

Ein kleiner Diveshop Scuba Ventures (Ponce de Leon Compound) mit minimalem Angebot residiert in der Hibbard Av. (Verlängerung der Perdices Street) im Viertel Tubod, nördlich des Unigeländes. U.U. können gegen Vorbestellung Ersatzteile organisiert werden. 035 422 7770, 0917 314 0826, whitetip@mozcom.com, www.geocities.com/whitetigpdgte
Auf halben Weg dorthin findet man auch einige "Studentenkneipen".

Die Dumaguete Hash House Harrier (mehr zu dieser skurillen, weltweiten Gruppe hier) kann man bei Berny unter 0927 4053325 erreichen.

Unternehmungen

Einen entspannenden Mopedausflug kann man nach Valencia unternehmen. Um eine Rundfahrt zu unternehmen kann man u.a. den Abzweig etwa 7 km südlich von Dumaguete vor der Plazza in Bacong wählen. Nach 8 km alternierender Beton- und gut fahrbarer Schotterstrecke in das kleine aber feine Städtchen in etwa 300 m Höhe erreicht. Viele der Häuser haben sich die reicheren Geschäftsleuten der Umgebung gebaut, bei einigen kann man schon richtig neidisch werden. Die sehr große zentrale Plazza ist gelungen und bietet viele Möglichkeiten zu entspannen: im Amphitheater, auf großzügigen Rasenflächen, auch ein Kinderspielplatz und Tenniscour ist vorhanden. Der kleine Markt wirkt erfrischend sauber und bietet einige Essstände auf.
Weiter den Bergrücken hinauf und man gelangt auf eine quer verlaufende Abschlussstraße und zu zwei, Richtung Forest Camp (noch ca. 1½ km) ausgeschilderten, "Parks", insgesamt 11 km westlich von Dumaguete. Im ersten wird ein Flüsschen durch zwei Schwimmbecken links und rechts der Straße geleitet, der Platz ist etwas beengt, Eintritt 10 P. Im eigentlichen Forest Camp, etwa 100 m weiter die Straße hinauf sind 60 P fällig, dafür wird eine relativ weitläufige und schön gestylte Anlage präsentiert. Der Pool ist etwas kleiner, dafür kann man in kleinen natürlichen Becken und unter Wasserfällen sehr schön plantschen.
Auch Cottages werden auf dem Gelände angeboten, allerdings zu stolzen 1000 P, selbst Camping mit eigener Ausrüstung ist zu 200 P / Person möglich. Es gibt nur wenige Cottages, daher ist insbesondere an Feiertagen eine Reservierung zu empfehlen. Das angeschlossene Restaurant bietet einfache einheimische Gerichte und eine kleine Karte mit westlich orientierten Gerichten. 035 423 4017, Fax 422 7027, forestcamp@mail.com, www.forestcamp.cjb.net
Die weiterführende, betonierte Straße endet z.Z. nach etwa 3-4 km, dann geht es geradeaus hinunter und nach links in einer S-Kurve nicht ausgeschildert weiter den Berg hinauf. Der erste steinige Anstieg war so abschreckend, dass wir hier das Moped haben stehen lassen, was wir später bereuten. Zwar ist diese Piste kein Gelände für erste Übungen im Offroadfahren ohne Protektion, aber es geht bis auf eine weitere Stelle doch recht passabel zu. Zudem sind noch gute 30 min bzw. 1.5 - 2 km zu laufen. Es gibt keinerlei Hinweisschilder. In einer Biegung rechter Hand passiert man ein auffälliges feines Häuschen mit einem ansprechenden Garten. Nun sind es noch etwa 500 m den breiten Pfad bergauf und schließlich ist ein Schild mit einem Pfeil und dem Eintrittshäuschen erreicht (keinerlei Verpflegung, kein Trinkwasser). 10 P und ein Eintrag ins "Gästebuch" sind fällig und man darf, nachdem man die ganze Zeit den Berg hinaufgelaufen ist, zur Abwechslung 277 Stein- und 58 Eisenstufen in ein steiles, schmales Tal hinuntersteigen. Auf halber Strecke trifft man auf einen Wasserhahn, an dem man sich zumindest erfrischen kann, ob es Trinkwasserqualität nach DIN-Norm hat, wagen wir zu bezweifeln. Allerdings gehen wir davon aus, dass eventuelle Verunreinigungen nicht besonders stark sein dürften.
Im Talfuß folgt ein teilweise mit Beton ausgegossener Pfad, manchmal ist von Stein zu Stein zu hüpfen, dem Fluss etwa 10 min stromaufwärts in einer S-förmigen Kurve. Bald sind umgeben von tropischem Steilhangwald einige Picknickrondelle erreicht. Sogar ein Toilettenhäuschen gibt es hier. Kurz danach kommt urplötzlich ein lautes, dumpf donnerndes Tosen auf und wir stehen von dem gut 50 m hohen Casiroro Wasserfall, in dessen Becken sich auch vortrefflich baden lässt. Sich direkt unter den Fall zu stellen wäre aber vermutlich keine gute Idee. Nicht nur dass die Wassermassen mit einer ungeheuren Wucht aufschlagen, so dass das ganze Talende in einer feinen, kühlenden Gischt lieg. Wer weiß, ob auch wirklich immer alles Gute von oben kommt. Trotz Trockenzeit war dies wohl das Beeindruckendste, was mir bisher an Wasserfällen untergekommen ist. Einfach gigantisch, obwohl das tiefe Grollen fast schon bedrohlich wirkte.
Ernstzunehmende Warnung. In der Regenzeit oder bei außerplanmäßigen, starken Regenfällen in den Bergen kann der Wasserzufluss sehr schnell extrem zunehmen. Wer sich direkt am Fall befindet, wird kaum eine Chance haben, die Treppe rechtzeitig zu erreichen und wie ein Sektkorken fortgespült. Bei jedem Anstieg und / oder besonders bei plötzlicher starker Wassertrübung, SOFORT fliehen und permanent nach Möglichkeiten suchen, rechtzeitig eine möglichst hohe Position zu erreichen. Dies können Felsen, Bäume, Lianen, das Dach des WCs sein. Auch beachten, dass ja der Fluss zweifach überquert werden muss - und das Abschwellen Stunden, wenn nicht länger dauern kann. Die Brückenreste sind bei so einem Unwetter entstanden. Bisher gab es mindestens einen Toten.
Es empfehlen sich feste Schuhe (zumindest für den Fahrer), einen Fotoapparat und genügend Trinkwasser mitzunehmen!! Viel Spaß.

Rückfahrtsmöglichkeiten
Zuerst die Straße vom Cockpit Stadion / Forest Camp Richtung Valencia nehmen, dann

Ein weiterer etwa 50 km langer Halbtagesausflug mit dem Moped (festes Schuhwerk zumindest für den Fahrer) führt zunächst Richtung Sibulan. Einige km hinter dem kleinen Städtchen im Norden von Dumaguete ist nach links ein asphaltierter Weg zu einem Golfplatz ausgeschildert, nicht aber nach San Antonio, das man zuerst ansteuern muss. Folgt man diesem, so erreicht man bei stetigem Anstieg nach etwa 20 min gemütlicher Fahrt das Dörfchen. Der asphaltierte, teilweise betonierte Weg führt noch für einige km weiter, um dann in eine steinige Strecke überzugehen, die an einigen Stellen recht ruppig wird. Vor einem steileren Anstieg sind wir dann mit unserem Moped umgekehrt. Nach Auskunft von Ortsansässigen sollen die zwei Vulkanseen angeblich noch gute 15 - 20 km entfernt sein, also erheblich weiter als im Reisehandbuch angegeben - aber Philippinos sind bei Entfernungsschätzungen ± immer sehr großzügig. Wer am Morgen abgefahren ist, kann sich überlegen den Rest zu laufen - oder in San Antonio ein Habal-Habal zu chartern.
Wieder nach San Antonio zurück zweigt von oben kommend ein breiter Schotterweg, der von einigen Steigungen abgesehen (wir empfehlen die gesamte Rundtour in der vorgestellten Richtung zu planen) einigermaßen passabel zu passieren ist, nach schräg hinten rechts ab. Dieser führt zunächst auf gleichem Höhenniveau, dann leicht bergan, um nach einigen km sich in ein Tal hinunterzuarbeiten, dabei sind einige Abschnitte besser im ersten Gang zu bewältigen. Dort trifft man auf eine T-Kreuzung. Nach links geht es etwa 13 km zurück nach Dumaguete, nach rechts führt die ungewöhnlich breite, meist asphaltierte und ungewöhnlich stark frequentierte Straße zunächst durch eine Talenge, aus deren angeschnittenen Hängen aus zig kleinen Felslöchern und -spalten heißer Dampf austritt, wobei ein wenig elementarer Schwefel sublimiert. Teilweise ist das Gestein kochendheiß, über dem ganzen Tal liegt nach faulen Eiern riechender Schwefelwasserstoff. Wenige km weiter liefert eine Geothermikanlage mit Wasserdampf aus 2500 m Tiefe schon seit einigen Jahren Strom für Dumaguete, eine Erweiterung, um auch Nachbarinseln zu versorgen, ist geplant. Zuvor hält ein militärischer Checkpoint auf, an dem ein Permit oder ein vorlautes Mundwerk vorzuweisen ist. Nach 16 Uhr wird es allerdings schwer vorbeizukommen. Sollte man durchgelassen werden, soll man einen etwa 5 km langen Rundkurs fahren können - wir kamen nicht mehr durch. Auch die Anlage soll zu besichtigen sein.
Zurück zur T-Kreuzung folgt das enge, gewundene Tal zunächst dem Fluss und biegt dann über einen breiten Hügelrücken Richtung Dumaguete ab.

Malatapay (Maluay)

Ein ungewöhnliches Tauchgebiet befindet sich 20 min rasanter Busfahrt, 35 min mit dem Moped, vermutlich eine knappe Stunde mit einem Jeepney südlich von Dumaguete in Maluay (Malatapay). Der bayrische Hans hat hier mit seiner philippinischen Nenito Malatapay Beach Resort gegründet und um 1994 in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club mehrere Dutzende LKW-Reifen vor ihrem Strand versenkt. Eine Intention war auch den einheimischen Fischern das Einkommen zu sichern, indem hier ein Refugium für Jungfische entsteht. Dies setzt voraus, dass sie zwar mit Angelleinen, nicht aber mit Netzen anrücken dürfen.
Dies hat inzwischen Früchte getragen und ein kleines aber feines künstliches Riff geschaffen. Neben den ersten größeren Korallen und Schwämmen, Fischschulen, Igel-, Rotfeuer- und großen Kugelfischen, haben sich vor allem die kleinen Dinge, die dem Tauchgenießer Freunde bereiten, angesiedelt. Darunter finden sich auch Seepferdchen und Anglerfische. Die Sicht variiert allerdings sehr stark, trotz der großen Wellen in der Straße nach Apo herrschte hier allerdings selten Strömung! Für Gäste mit Zertifikat stehen 2 Ausrüstungen zur Verfügung.
Das Resort am vulkanischen, schwarzen Sandstrand ist vom Highway durch eine Stichstraße zu erreichen, die allerdings bei extremem Hochwasser zweimal im Jahr absäuft, da sie durch eine Mangrovenlagune mit vielen Nipapalmen (Nypa fruticans) verläuft. In diesem Falle ist es besser die 300 m bis zum Bootsanleger nach Apo Island laufen und dann 150 m rechts den Strand hinunter zu gehen. Die Zimmer mit Fan und Bad kosten 550 - 650 P, letztere in der ersten Reihe am Strand.
Es kann auch ein Moped geliehen werden, Hans weiß zudem gut über die Gegend Bescheid und informiert gerne. Das angeschlossene Restaurant ist sehr gut, Hans müht sich auch um ausgefallene Wünsche, wie z.B. Hornhechte! 035 4261087, hans@negrosbeach.com, www.negrosbeach.com
Jeden Mittwoch findet auf der Straße zum Pier ein großer Markt statt, bei dem sich Fisch- und Landwirtschaft aus weitem Umkreis trifft. Wer noch einen Wasserbüffel, ein ausgewachsenes Schwein oder Spanferkel sucht, hier hier genau richtig. Auch einheimischer Tabak wird direkt neben Früchten und Waschmittel angeboten. Touristen, westliche Produkte und Souvenirläden sind allerdings noch rar, es ist ein reiner Markt für die einheimische Bevölkerung. In den Essbuden am Bootsanleger werden Fische, Hühner und ganze Schweine über dem offenen Feuer gegrillt offeriert. Es herrscht ein buntes Treiben. Sehenswert!! Einzig die Tricycles und Laster, die sich zum Be- und Entladen durch die Menge quälen, sind deplaziert. Die übrigen Tage stehen die fest installierten Bambusstände gespenstisch leer.

Von dem Pier kann ein Ausflug zu dem sehenswerten Naturschutzgebiet Apo Island unternommen werden.

Holprig wird ein Abstecher zu der heißen "Schwefelquelle" (Fachleute würden von Schwefelwasserstoff sprechen) nach Maluncay. Dazu muss man ca. 4 km Richtung Dumaguete fahren und dann ungefähr am KM 21.5 am Mayong Tubig Crossing aussteigen. Auf den ersten Metern ist die Stichstraße betoniert, dort warten rechter Hand meist schon Habal-Habals. Dabei handelt es sich um getunte, wie speichenverstärkt, mit besonders kräftigen Spiralfedern versehene Stoßdämpfer, verlängerter Sitzbank für 3 philippinische Fahrgäste, u.v.m. ausgestatteten Motorrädern, allerdings oft nur mit 125 cm². Der vierte Fahrgast sitzt zwischen Fahrer und Lenker, Kinder werden noch irgendwo dazwischen gequetscht, Gepäck ebenso - und jeder scheint es gemütlich zu finden. Philippiner haben keine Berührungsängste.
Es sollte gleich eine Hin- und Rückfahrt ausgemacht werden - mit etwa einer ½ - ¾ h Wartezeit - da am Ende der etwa 10 km langen Strecke nicht gerade mit rushhour zu rechnen ist und sich die Kundschaft zunehmend ausdünnt. Damit sinkt auch die Neigung hier dem Broterwerb als Fahrer durch stundenlanges, monotones Herumstehen nachzugehen.
Die zunächst passable Strecke mit wenigen kurzen Betonabschnitten verwandelt sich rasch in eine sehr holprige Steinpiste, auf der nur noch geländetaugliche Maschinen - oder eben Habal-Habal - zurechtkommen. Und selbst dann muss man noch für kurze Strecken absteigen. Zudem verwandelt sich die Piste bei Regen, und der ist hier am Hang des Vulkans nicht selten, in eine schmierige Rutschbahn, wenn sie nicht gleich zu einem kleinen Flüsschen mutiert.
Die 200 P für 2 Personen incl. Rückfahrt verdienen sich Fahrer und Maschine wirklich! Diesen braucht man auch als Führer für einen Abkürzungsweg quer über Felder und Stacheldrahtzäune. Ansonsten muss man den Weg die letzten ca. 10 min bis zum Ende durchlaufen. In dem schmalen Tal befindet sich dann die, mit Steinen grob eingefasst, blubbernde, nach faulen Eiern stinkende, vielleicht 40°C heiße Quelle. Ein Bad in dem blauweiß schimmernden (Kupfersulfat?), knapp wadentiefen kleinen Becken soll für alles mögliche gut sein, insbesondere bei Hauterkrankungen. Bei dem in hoher Dosis, die hier nie erreicht wird, tödlichen H2S nicht unwahrscheinlich. Vielleicht ist es ja in niedriger Dosierung keimtötend.
Die Fahrt zurück geht denkbar einfach - auskuppeln, Motor abschalten und laufen lassen. Und so sind wir auch bald in einem ausgedehnten Gespräch, der ohrenbetäubende Motorlärm (Ohrenstopfen) der Bergauffahrt ist verstummt und für die Strecke ist eine gute halbe Stunde zu veranschlagen. Sein Englisch ist schwer zu verstehen aber er beherrscht es relativ gut - wir schämen uns des nicht vorhandenen Cebuanos. Westliche Touristen verirren sich hierher kaum, erfahren wir. Ansonsten dreht es sich um die üblichen Fragen: wo wir herkommen, was wir arbeiten, wie viele Kinder wir haben und - heute ist Wahltag - um das Wahlsystem in Deutschland. In den Philippinen jedenfalls ist heute absolutes Alkoholverbot, um jeglichen Problemen vorzubeugen. Bürokratisch geht es nicht zu, es gibt keine Wahlbenachrichtigung, kein Personalausweis ist vorzulegen, vielmehr gibt man seinen Fingerabdruck und erhält nach der Wahl im Gegenzug seinen Finger in Tinte getaucht, die für mehrere Tage resistiert. Trotzdem gab es, wie wir später in der Zeitung lesen, in einigen Wahlbezirken mehr abgegebene Stimmen als Wähler. Meine witzig gemeinte Anmerkung, dass in den USA der Finger abgehackt wird und man deswegen maximal zehnmal wählen gehen kann, wird mit einem irritierten "Yes??" quittiert. Gut, dass wir ihn aufgeklärt haben, sonst würde ein weiterer fake auf Negros wüten. Den Amis traut man anscheinend ALLES zu.
Schon seit Wochen haben wir den Wahlkampf beobachten können, jede zweite Palme ist mit Werbeplakaten versehen, die Konterfeis hängen zu Dutzenden an jeder nur freien Wand, selbst Jeepney und Tricycles bleiben nicht verschont. In den Rathäusern werden allen Angestellten zwei Wochen vor der Wahl nach Hause geschickt - es ist eh nichts mehr zu tun. Wechselt der Bürgermeister, brauchen sie gar nicht erst wieder zu kommen, denn der muss seine ganzen Wahlunterstützer mit einem Job befriedigen. Auch werden alle Großprojekte eingestellt, dafür sieht man ganze Arbeiterheere mit augenscheinlich sinnlosen Aufgaben beschäftigt, wie z.B. der Unkrautentfernung an Straßenrändern. In vier Wochen sieht hier alles wieder so aus wie zuvor und bleibt dann auch für die nächsten Jahre wieder so. Aber es muss halt legal Geld unter den Tagelöhnern verteilt werden, die als Gegenleistung zu den Wahllokalen auf der Ladefläche eines pickepackevollen LKWs gekarrt werden und "freiwillig" ihre Stimme für den Boss abgeben.
Auf den Haciendas ist alles ganz einfach. Hier wird zu 100% für den Kandidaten des Großgrundbesitzers gestimmt - und dabei fällt es dann schon auf, wenn mal eine anders lautende Stimme dabei ist. Der Knecht wird entweder ausfindig gemacht oder der Stimmzettel geht verloren. Eine andere Zeitungsmeldung berichtet von einem Wahlbezirk, in dem mehr Stimmen gezählt als Wähler vorhanden sind.
Aber das erzählt unser Habal-Habal-Fahrer nicht, denn inzwischen ist wieder die Hauptstraße erreicht.

Gute zwei Monate später lese ich auf den Togian Inseln in Indonesien in einem deutschen Magazin, dass Gloria mit geringem Abstand die Wahl noch einmal gewonnen hat. Allerdings werden nach der sechswöchigen Auszählung Stimmen laut, dass wohl etliche dergleichen manipuliert seien ... .

Antulang Peninsula

Die abenteuerlichere Variante der Anreise besteht darin, einen Ceres Liner für 39 P ab Dumaguete zu nehmen und in einer rasanten Fahrt, die eines Michael Schuhmachers würdig ist, über die ausgezeichnete Küstenstraße in einer Stunde nach Siaton zu brettern. Direkt nach der Stadtgrenze tauchen etliche Resortschilder auf, die zum Strand weisen und größtenteils noch nicht im Reisehandbuch aufgeführt werden.

Auf dem Weg dorthin befindet sich nach 100 m auf der rechten Seite eine kleine Fabrik, die Bambusmöbel für den Export in westliche Länder herstellt. Wer also noch etwas benötigt ... hier hat man Erfahrung mit dem Verschiffen und günstig ist es auch. Allerdings sollte man auf den Bambusbohrwurm achten - DDT und ähnliche Schweinereien sind leider oft die einzige Hinderungsmöglichkeit.

Führt die sehr gute Küstenstraße zunächst durch eine Topfebene, so beginnt kurz hinter Zamboanguita, etwa bei KM 31 / 32 ein flacher, langgezogener Anstieg. Erst kurz vor Siaton fällt der breite Hügelrücken, auf dem es in der Trockenzeit so gut wie kein Regen gibt, wieder ab und es präsentieren sich urplötzlich in einer Flussebene weite, saftiggrüne Reisfelder. Um zur o.g. Halbinsel zu gelangen muss nun ein leistungsstarkes, extra verstärktes Motorrad (Habal-Habal) für ca. 100 P gechartert werden, insbesondere wenn man am späten Nachmittag ankommt, da der Pendelverkehr relativ früh eingestellt wird (insbesondere für Touris ). Die Straße zur Tambobo Bay ist sehr steinig und nur an den stärksten Anstiegen betoniert, weswegen man alternativ überlegen sollte für 150 einen der kleinen Transportbusse, die hier die Jeepneys ersetzen, zu chartern. Am Ende landet man in einer Bucht, an dessen Strand man sich rechts hält. Nicht irritieren lassen, wenn einige Einheimische behaupten, das Kookoo's Nest wäre geschlossen (was erst Ende Mai - September stimmt) oder voll! Wer Gäste an die Konkurrenz zum nahegelegenen Tongo Sail Inn auf der rechten Buchtspitze bringt, erhält ebenfalls eine Provision, ohne viel arbeiten zu müssen! Das von mir nicht besuchte Resortsoll sehr angenehm sein, über einer erwähnenswerte Bar und einen Pool verfügen, und bei Expats beliebt sein. Der Besitzer Nigel hat in 30 Jahren achtmal die Welt umreist. 0919 5939232, tongosailinn@hotmail.com
Ein verblassendes Schild weist auf den Shuttleverkehr des anderes hin. Hier fragt man nach und zwei winzige Einbaumausleger stehen zur Verfügung: in einem werden die Rucksäcke, im anderen wir in 15 min zu der Halbinsel hinübergepaddelt. 20 P pro Boot sollten reichen. Sobald die schmale, tiefe Bucht verlassen ist, sieht man schon unzählige farbenprächtige Korallenstöcke in geringer Tiefe!
Schließlich ist das Nest erreicht, wo wir den letzten freien Bungalow ergattern. Das britische, weitgereiste Pärchen Jamie und Nikki haben sich in einem kleinen, ruhigen Paradies 2001 niedergelassen. Ausgerechnet in diesem abgelegenen Winkel treffen wir nach über 3 Wochen wieder auf die ersten westlichen Touristen. Zudem erfahren wir verblüfft, dass wir in dem geschäftigen Küstenstädtchen Zamboanguita hätten aussteigen sollen, um über eine relativ bequemere Piste bis vor die Haustür in 30 min anzureisen (100 P für ein Habal-Habal Motorrad). Wer Geld sparen möchte, kann erst beim KM 31 / 32 km (ausgeschildert zum Antulang Beach Resort, dann den Kookoo's Nest - Schildern folgen) aussteigen und auf leere Transportmittel warten, was dauern kann und Verhandlungsgeschick, am besten in Cebuano, erfordert.
Ein geräumiger Bambusbungalow (Fan 650 P), in dem man wahlweise im ersten oder zweiten Stock schlafen kann (3 Betten), hält einen großen Balkon parat und besitzt ein Bad mit einem originellen Bambusvorhang, die Waschbecken sind genial einfach und multifunktional zu verstehen. Drei weitere, kleinere, gepflegte Bambushütten mit Gemeinschaftsbad, eins ausgesetzt auf einem Felsen (empfehlenswert, da oft sehr windig und dadurch mückenfeindlich), schlagen mit 250 - 450 zu Buche. Es gibt durchgehende Stromversorgung, Wasser stellt kein Problem dar. U.U. muss man sich persönliche Dinge mitbringen, da nur ein einfachster Laden in der Nähe ist, der auch nicht viel mehr hat als die Anlage. Das Essen (à la carte - spitzenmäßiger Salat [!], zusätzlich abendliches Familienbüfett) ist prima, die ganze Anlage hat "Stil".
Über gelegentliche natürliche Winde sollte man sich nicht wundern.
Ein Abholservice wird bei Anruf organisiert: von Dumaguete 500, von der Hauptstraße 200 P (Achtung! Hier ist ein großräumiges Funkloch, Anruf also von Dumaguete oder Zamboanguita aus tätigen!). 0919 6958085, kookoosnest2@yahoo.co.uk (z.Z. erst wöchentliche Kontrolle, da noch kein Hausanschluss), www.kookoosnest.com.ph (im Aufbau)

Auf der Halbinsel existiert nur ein Bonsai-Tourismus.

Vor dem kleinen grobkörnigen, weißen Strand befindet sich ein ausgezeichnetes Riff zum Schnorcheln. Am besten ist es etwa 20 m hinter der blauen Boje, wo sich die erste Riffstufe befindet, die sich von der rechten Buchtspitze bis um das linke sichtbare Kap herum erstreckt. Ist der Bereich bis zur unattraktiven Niedrigwasserlinie (Tide bei Vollmond im Extrem >2 m) überwunden, bieten sich auch für Schnorchelanfänger wunderbare, flache, von Rinnen durchzogene Korallendächer. Besonders unerfahrene, zaghafte Anfänger sollten, obwohl die Fernsicht dadurch schlechter wird, vielleicht die Ebbe wählen, damit man die Unterwasserwelt etwas näher vor Augen hat und die Entfernung zum Strand nicht so weit aussieht. Die Sicht lag bei 10 - 12 m (was sich bei Wellenberuhigung und Flut sehr schnell verbessern kann) und wurde in erster Linie durch Plankton verursacht. Für Fortgeschrittene ist es logistisch am besten, bis zu dem Kap, ggf. noch weiter bis zur Biegung vor das Antulang Beach Resort zu laufen und dann einfach ein Driftschnorcheln anzusetzen. Dies kann bis zu einer Stunde dauern, wärmende Neoprenanzüge sind daher sehr zu empfehlen, insbesondere sollte man man ordentliche Flossen dabei haben, um an der Ostseite der strandparallelen Strömung (Richtung Kookoo's Resort) mit teilweise ordentlichen Wellen ggf. Paroli bieten zu können! An der Südwestseite (vor dem Resort) ist eine schwächere parallele ostwestliche Drift. Bei der blauen Boje lag die Oberflächentemperatur bei 29°C. Die Fischwelt ist leider arg dezimiert, kein Wunder wenn tagtäglich etliche Fischer mit mehreren Hundert Meter langen Netzen direkt vor dem Strand ihr Brot erwerben. An den Leinen befinden sich weiße Plastikfahnen, die die Hornhechte irritieren und in das Netz treiben. Zusätzlich springen die meist jungen Erwachsenen nach dem Auslegen ins Wasser und sorgen mit Handschlägen auf die Wasseroberfläche für Fluchtreaktionen und - nur noch - mäßige Ausbeute.
Für 20 - 22 $ kann man vor dem Resort oder vom Boot aus Tauchen. Nikki ist Divemaster, Jamie Instruktor, so dass auch Kurse durchgeführt werden. Vor dem Resort läuft der vielfältige Korallengarten, in dem es in 21 m Tiefe (27°C) auch eine riesige Gorgonia gibt, in Sandflächen zwischen 16 und 22 m aus. Die Sicht ist sehr unterschiedlich und lag mal bei <10 bis einmal 15 m, am frühen Vormittag bei Flut am besten. Eine der Attraktionen neben den vielfältigen Korallen und Schwämmen sind Nacktschnecken, wie z.B. die Spanische Tänzerin Hexabranchus sanguineus und die über 20 cm große Pleurobranchus grandis, hier unten zeigt sich dann auch eine reichlichere Fischwelt. Geistermuränen, Stein-, Teufels-, Skorpion-, Rotfeuer- und Geisterpfeifenfische bereichern das Angebot. Auch trifft man, allerdings selten, auf eine fette Seeschlange. Weiter um das Kap herum kann man am frühen Morgen Drifttauchen, danach sind die Wellen für einen Rückstieg ins Boot zu hoch. Dieses Gebiet weist einen steilen Sandhang bis auf etwa 23 m auf, an dem in lockerer Folge Korallenblöcke entstanden sind. Auffallend sind die vielfältigen und in großen Mengen auftretenden Haarsterne. Die Sicht war mit <20 m deutlich besser als in der Bucht.
Ein zweites Riff erstreckt sich von der gegenüberliegenden Buchtspitze und verläuft parallel zum ersten in etwa 100 m Entfernung vom Resortstrand. Dort ist während unseres Aufenthaltes ein Boot mit Koreanern abgesoffen, gut, dass die immer Schwimmwesten anhaben. Auf unser Angebot den Leuten mit dem Kajak zur Hilfe zu kommen, hat das gut geschulte Personal im Kookoo's Nest zunächst einmal um eine Unterschrift für das Ausleihen gebeten, da die Besitzer gerade nicht anwesend waren. In der Zwischenzeit haben sich Fischerboote um die Herumpaddelnden gekümmert, das "Unterwasserboot" konnte dann noch mit Mühe abgeschleppt und geborgen werden.
Bei mindestens 2 Tauchern man kann auch bei Apo Island unter Wasser gehen und das zu günstigeren Preisen als in den zwei Basen auf der Insel!

Zudem steht ein Kajak für eine lohneswerte Tour in die tief eingeschnittene und taifungeschützte Bucht zur Verfügung. Doch Achtung, starker Wind von den Bergen macht die Hinfahrt zu einer anstrengenden Angelegenheit, dafür geht es auf dem Rückweg umso besser. Hier liegen oft ein Dutzend Yachten aus aller Herren Länder, denn die ansässige Bevölkerung ist bekannt für ihren geschickten Bootsbau und Ausbesserungsarbeiten. Am Ende eines langen Piers befindet sich ein einfaches Restaurant, in dem sich die Skipper allabendlich einfinden. In dieser freundlichen Atmosphäre darf man sich nicht wundern, am nächsten Morgen auf einem der Kähne mit einem dicken Brummschädel orientierungslos aufzuwachen.
Mit einer außergewöhnlichen Intelligenz haben wir es dann auch geschafft das Kajak zum Kentern zu bringen. Dabei gingen Nadines 15jähriges, inzwischen löchriges T-Shirt und meine schöne polarisierte Sonnenbrille über Bord. Fast schon logischerweise hatten wir keine Schnorchelausrüstung dabei, konnten aber immerhin das T-Shirt orten. Mit dieser Landmarke gelang uns am nächsten Tag die Bergungsaktion. Leider hat die Brille dabei einige schwere Kratzer abbekommen, das T-Shirt war frisch gewaschen. Nun denne, ich habe mir ja im Waffenladen von Iloiloi extra für diesen Fall einen extravaganten verspiegelten und getönten Ersatz zugelegt. Charles Bronson wäre sicherlich begeistert davon.

Heute wird am Strand Geburtstag gefeiert und die Jubilarin hat geladen. Was zunächst nach einer intimen Feier aussieht, gerät rasch zu einem Massenauflauf. Ein Boot nach dem anderen, einige sind so freundlich und ziehen die ohne Motor, alle vollgepackt mit Menschen, läuft knirschend auf das Ufer. Und jeder hat was mitgebracht. Tische, Stühle, aus Abfällen selbstgebasteltes Schlagzeug und andere Musikinstrumente, gegrillte Hühner und Fischköpfe, sogar zwei Spanferkel auf großen Bambusspießen werden auf den Strand gehievt. In einem Boot befindet sich im Bug ein eingebauter Kühlkasten, in dem die unabdingbaren starken Alkoholika der weiteren Verwendung entgegensehen. Das Büffet ist eröffnet und selbstverständlich erhalten auch die "sprachlosen" Langnasen Teller und Geschirr.
Unter viel Delogistik, nach mehrfachem Graben für die mitgebrachten Bambusstangen und der sich längst aufdrängenden Erkenntnis, dass sich auch eine Palme gut als Pfosten eignet, der große gewachsene Stein mitten im Spielfeld nun wirklich nicht spaßförderlich ist, wird noch ein Volleyballnetz gespannt. Während sich die Kinder im Wasser vergnügen, tratschen die Erwachsenen im Schatten der Palmen, leeren die Whiskyflaschen, einige dösen verdauend im Sand und die Jugendlichen des Dorfes sorgen für eine ausgefallene Musiksession. In dem großen Durcheinander herrscht eine ausgelassene, fröhliche Stimmung, von der auch wir Ausländer angesteckt werden.
Kurz vor Sonnenuntergang und dem Niedrigwasser verabschiedet man sich freundlich, dankt für die geleistete Gesellschaft, dann ist in kürzester Zeit die Bootskarawane abgereist und der Spuk vorbei.

Folgt man der Straße oberhalb des Resort, so gelangt man nach etwa 1 km an einen Abzweig nach rechts, der zum Antulang Beach Resort führt, das nach weiteren ca. 600 m erreicht ist. Die relativ luxuriösen Unterkünfte werden in erster Linie von Japanern und Koreanern frequentiert, es gibt eine CMAS-Tauchbasis. Leider wurde abends um 18 Uhr (!) noch 50 P pro Person für das Betreten der Anlage verlangt, obwohl wir darauf hinwiesen, dass wir uns nur kurz die Zimmer, das Restaurant anschauen und die Preisliste mitnehmen wollten. Aber die Angestellte beharrte auf ihre Anweisung, selbst der Journalistenausweis nutzte nichts, so dass wir unverrichteter Dinge und ziemlich sauer abzogen.


Abspann

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Niks Reiseberichte

Fasten seatbelt ... und dann niks wie weg!

 

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