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© "Nik"Klaus Polak, Bonn, Germany
Erstellt: August 2004 Verzeichnis aller Reiseberichte
|
Neben den üblichen Tipps, hier mal einige etwas verstecktere.
An der MRT-Station Tampines befindet sich ein Sportkomplex mit einem
angeschlossenen Schwimmbad. Dazu begibt man sich 6-700 m nördlich aus
der Station, quert den Bushof, läuft in die senkrecht abgehende Straße und
erreicht an der nächsten Querstraße an der gegenüberliegenden Seite eine
Badmintonhalle. Dahinter liegt das Schwimmbad, das leider kein einzigen Grashalm
im Innenbereich (sprich Grünflächen) aufweist. Nur ein Wasserbecken ist geeignet um Bahnen zu ziehen,
die restlichen dienen an den Wochentagen Schülern der umliegenden Schulen zum Schwimmunterricht,
ferner gibt es noch ein recht fantasieloses größeres Plansch- und Spaß und
für die Kleinsten. Zudem gibt es noch eine lange Betonballustrade mit knapp 20
Sonnenliegen und Blick auf die typischen sozialen Wohnbaublöcke. Davon
abgesehen gibt es Schwierigkeiten sich irgend wo hinzulegen, es wurde schlicht
kein Platz dafür eingeplant. Lediglich die überdachten Zuschauertribünen
eignen sich, das knappe Dutzend Plastikbänke auf dem Gelände ist i.d.R. von
(meist vermummten) Müttern der Schüler okkupiert. Eintritt 1 S$.
Vom Freibad kommend befindet sich rechts der vorbei führenden Straße auf der
gegenüberliegenden Seite eine
Bushaltestelle. Angefahren wird sie u.a. von der Linie 34, die man nutzen
könnte, um zum / vom Airport zu
gelangen. Alle 3 Terminals werden unterirdisch, praktisch den
"Lieferanteneingang"
nutzend, angefahren. Bis T1 zahlt man 1.25 S$. Ein entspannender Badbesuch
könnte also eine gute Idee bei einem längeren Zwischenstopp auf dem
Weiterflug oder vor dem Abflug darstellen.
Ein weiterer Sportkomplex mit Schwimmbädern befindet sich an der MRT-Station
Toa Payoh, in der Nähe des HDB Hub.
Ausflüge mit der U-Bahn? Ja, auch das kann interessant sein. Sieht man einmal von der
Waterfront - Punggol - Linie ab, die vollständig im Untergrund verläuft,
bieten die anderen Strecken auch Ausblicke auf die - meist ideenlosen -
Wohnstädte der Vororte, wenn gleich
architektonisch etwas abwechslungsreicher als in manchen Orten in Deutschland. Offensichtlich hat man die Architekten, die in in den
1970iger Jahren Bonn-Tannenbusch hochgezogen hat, hierher verbannt. Wie, Bonn-
Tannenbusch
ist nicht bekannt? Dann sollte man mal dorthin fahren!
Besonders empfiehlt sich (in Singapur natürlich) eine Rundfahrt auf der
Nord-Südstrecke, die etwa eine Stunde dauert. Gelegentlich sieht man sogar Waldstückchen, ansonsten hat man
den Eindruck, dass der Inselstaat eine riesige Stadt ist, die von lästigen Grünzeugflächen unterbrochen wird.
Jedoch sind Fahrten mit dem Bus meist interessanter, dauern sie doch zudem oft erheblich
länger. Kleiner Wermutstropfen für Reisende mit
äußerst schmalem Geldbeutel: Auch etwas teurer.
Nur wenige Hundert Meter von der MRT-Station Paya Lebar, in Geyland Serai, an der Geylang Rd. gelegen, liegt dieser letzte, originäre Siedlungsrest der vor Jahrhunderten eingewanderten malaiischen Bevölkerung, umgeben von den üblichen Hochhäusern. Auf 220.000 ft² bieten über 100 Geschäfte, teils spezialisiert auf Kunsthandwerk, ihre Waren an. Die schmalen Wege zwischen den teils sehr alten zweistöckigen Holzhäuser entführen in ein ganz anderes, viel asiatischeres Singapur, wie es nur noch Little India und Chinatown bieten: Eine Art Open Air Museum. Das Kampung Museum vermittelt einen Eindruck der bewegten Vergangenheit.
Der gut drei quadratkilometergroße große, 1822 von keinem geringeren als Sir Stamford Raffles gegründete Botanische
Garten liegt nur 20-25 Laufminuten westlich der oberen Orchard Road. 1829 wurde der Garten bereits wieder geschlossen, dann 30 Jahre später
die jetzigen
Singapore Botanic Gardens eingerichtet. In den ersten Jahren spielten sie eine
wichtige Rolle als Experimentalstationen für potentiell brauchbare Pflanzen zum
Wohle der Kolonie, insbesondere der sowieso schon Reichen und Mächtigen. 1877
wurden 22 Gummibaum-Setzlinge (Hevea brasiliensis, Para Rubber) in
Glaskästen von den Royal Botanic Gardens Kew in London angeliefert. Am Ufer
des jetzigen Symphony Lake (bei der Wasserbühne erinnert ein Denkmal daran)
konnten 11 erfolgreich angepflanzt werden: Die Geburt der Kautschukindustrie. Von der malaiischen Halbinsel
aus eroberte der Gummibaum dann nach und nach in einem Triumphzug die gesamte tropische Welt.
Der botanische Garten ist gut für einige wenige Stunden, aber auch einen ganzen Tag,
mit Bestimmtheit sogar mehr. Von 5-24 Uhr geöffnet, bietet er
Spaziergängern und Joggern inmitten der Großstadt eine erholsame Idylle. Das
Rauchen sollte unterlassen werden, ist aber nicht generell verboten. Freunde von einsamen Skulpturen kommen
entlang der Wege immer wieder auf ihre Kosten, es gibt aber einige sehr
abgeschieden gelegene Bänke.
An den Eingängen gibt es umfangreiches Informationsmaterial, darunter einen
guten Wegeplan. Leider gibt es keine brauchbaren Broschüren für Rundgänge und der kleine Parkführer
genügt nur einfachsten Ansprüchen und ist ohne Routenbeschreibung,
ein weiterer eher als Bildband für daheim zu gebrauchen. Daher werde ich im
folgenden etwas ausführlicher.
Wer stärker gehbehindert ist, sollte auf die zwar leichten, aber in
diesem Falle nicht einfachen Hügelanstiege verzichten. Auf den gesamten
Botanischen Garten muss aber nicht verzichtet werden. Vom Eingang Tanglin Gate,
Ecke Cluny Rd. / Napier Rd. führt ein ebener Weg geradeaus zum Swan Lake. Dort
findet man eine kleine, gusseiserne viktorianische Aussichtsterrasse aus den
1850iger Jahren, die lange Zeit auf dem Grundstück des Old Admirality House an
der Grange Rd. stand. 1969 wird es ab-, am Eingang zum Regenwald wieder
aufgebaut und fand 2001 seinen sicherlich passendsten Platz. Der Schwanensee
wurde den Botanischen Gärten 1866 hinzugefügt. Nach Schwanengesang wird man
vergeblich lauschen müssen. Vielmehr wurde ein Fünfergespann schweigender
Schwäne aus Metall von Amsterdam importiert. Auf der kleinen Insel steht eine
Gruppe von eleganten Nibong Palms (engl.). Der See stellt eine der wichtigsten
Wasserressourcen des Parks. Rund um den See finden sich auf ebenem Gelände
viele Plätze, um sich niederzulassen und die künstliche Landschaft zu
genießen. Leider wird man gerade in dieser Ecke besonders durch die nahe
Hauptstraße ein wenig gestört, was sich deutlich legt, wenn man sich soweit
wie möglich von ihr entfernt.
Ein Vorschlag zu einem Rundgang mit Besuch
einiger interessanter Stationen und Abstecher soll in dieser Beschreibung am
Tanglin Gate, Ecke Cluny Rd. / Napier Rd. (Zeit = 0, addiere die folgenden
Zahlen) beginnen und zum Visitor Center
führen.
Zunächst führt rechts ein serpentinenartiger Weg von dem Koi-Fischteich hügelan.
Überall laden kleine Bänke zum Verweilen ein. Besonders schön lässt sich
eine kurze Pause oberhalb des im Parkplan (im Besucherzentrum kostenlos,
ansonsten ist er häufig ausgehängt) mit E bezeichneten Bereich einlegen. Von
hier überblickt man einen weiten, sanft geneigten und
weitgehend freien Rasenabhang bis zum Schwanensee. Auf dem Gelände stehen
vereinzelt riesige Regenwaldbäume. Die
höchsten sind mit einem Blitzableitersystem ausgestattet, ein Zähler vermag
sogar die Anzahl der Einschläge zu registrieren. Einer von ihnen ist der
"Regenbaum": Samanea saman, Rain Tree. Er erinnert an die
schirmartigen Tamarinden (die zu den Akazien gehören), ist aber eigentlich im tropischen
Amerika beheimatet und wurde von den Kolonialisten schon sehr früh eingeführt.
Unter den vielen Exemplaren gibt es vereinzelte, wie weiter hügelan am
Bandstand, die ein deutlich gelbes Blätterwerk aufweisen. Es mag sich um eine
genetische Mutation handeln, aber der exakte Grund für diese Gelbfärbung ist
noch nicht geklärt. (Laufzeit 10-15 min)
Der Weg führt weiter entlang der Upper Ring Rd., zwischendurch wird eine Fontaine mit ihrer großen, nur durch Wasserkraft bewegten
Granitkugel
aus Schweizer Urgestein passiert. Von hier lohnt sich ein Abstecher in die
Franchipani-Abteilung mit ihren
vielen Blütenvarianten zwischen leuchtend weiß über gelb nach tiefrot. Fast allen ist
der intensive Geruch nach "Südsee" gemein. Auf Deutsch wird er
Pagodenbaum 95,
Tempelblume, -strauch und auch ganz dem internationalen Flair entsprechend Frangipani genannt. Im 12.
Jahrhundert stellte ein Italiener
gleichen Namens ein beliebtes Parfüm her. Vier Jahrhundert später wurde in der Karibik
- die ursprüngliche Heimat des nun
überall in den Tropen vorkommenden Baumes - eine Blüte mit ähnlichem Duft
entdeckt und erhielt fast schon zwingend diesen Namen. Häufig findet man ihn vollkommen
blattlos und aus den kahlen, schuppenartigen, sehr dicken Zweigen ragen wie
magisch die Blüten heraus. Er steht dadurch in Ostasien im Ruf der Unsterblichkeit, da er angeblich
selbst dann noch grünt und blüht, wenn er schon ausgerissen ist. Aus
diesen philosophisch-religiösen Überlegungen und Traditionen heraus findet man ihn auch häufig auf Friedhöfen.
Direkt dahinter befindet sich eine hübsche kleine Bonsai-Ausstellung, etwas
weiter kommen die Sukkulenten-Freunde auf ihre Kosten. Durch die
"Wüste" hindurch und man steht vor etlichen Orchideenspalieren, in denen die
Symbolblume Singapurs, die Vanda Miss Joaquim gezüchtet wird. Hält man
sich von dort rechts den Hügel hinauf, erreicht man den "Bandstand".
Der Pavillon wurde Anfang der 1860iger Jahre errichtet, erhielt seine oktagonale
Form 1930 und wurde noch viele Jahre am frühen Abend von
Militärkapellen genutzt. (2008 in Renovierung.) Wer weiß, wie lange diese Stille in Zeiten
zunehmender Nostalgie noch andauern wird. (Laufzeit +15-20 min)
Von dem Bandstand läuft man zurück zur der Kreuzung Lower Ring Rd. / Maranta
Av., geradeaus zweigt die Liane Rd. ab.
Nach wenigen Metern geht es links hinab in einen
schmalen, noch unbenannten Weg,
der sich mit dem entgegenkommenden Weg von der Orchid Plaza zu dem
"Mittelweg" vereinigt. Er war 2008 leider vorübergehend gesperrt. Der
Ringweg über die Liane Rd. bzw von der Orchid Plaza oder vom Visitor Center
kommend, wurde Mitte 2007 von einem betonierten Weg zu einer schönen, erhöhten
Promenade mit Holzplanken ausgebaut, die auch für Rollstuhlfahrer ideal ist.
Zusammen mit der Upper Palm Valley Rd. wird ein kleiner, aber feiner, 6.2 ha großen Regenwaldabschnitt
umgrenzt. Einem
Zufall ist es zu verdanken, dass es sich tatsächlich um fast primären Wald
handelt. Der größte Teil des heutigen Gartens war 1859 mit Lallang Gras
(engl.) bewachsen, dieses kleine Areal - ein kärglicher
Überrest des Waldes, der ursprünglich ganz Singapur bedeckte - wurde von Anfang
integriert und blieb seitdem fast unverändert. 314 Arten, 15% der Flora von
Singapur, lassen sich hier finden. 80% davon sind selten oder gefährdet! Es
handelt sich um einenTiefland-Dipterocarpus-Regenwald, da hauptsächlich Shorea, Vatica und Hopea
(wie H. mengarawan, ein typischer Brettwurzelbaum), aber auch der
mächtige Dyera costulata (Malay Jelutong; sein Latex war bis in die
1960iger wichtiger Bestandteil von Kugummi) wachsen. 22 Arten von Termiten
profitieren davon. Einer der höchsten Bäume in diesem
Bereich ist eine Shorea gratissima (Malay Meranti Laut), einer der
beeindruckensten Ficus kerkhovenii (Würgefeige, weil er seine
ursprüngliche Wirtspflanze regelrecht erdrosselt), der im Laufe der Zeit einen
"eigenen Wald" entwickeln kann. Auffällig ist auch das kunstvolle
Gewirr der Liane Entada spiralis, direkt am Wegrand. Am Eingang zum Rain
Forest Trail beim Besucherzentrum sieht man eine von vielen Arten der
Rattan"lianen": Myrialepis paradoxa. Paradox ist vor allem, das
aus der stachelbewerten Kletterpalme - Liane ist also falsch - komfortable
Möbel gefertigt.
Nicht nur über 400 Pflanzenarten wurden in diesem winzigen Stück Wald
gezählt, auch eine interessante tierische Diversität ist vorhanden. Mit seinen schwarz-weißen Seitenstreifen
und der hellen gelb-rotbraunen Bauchseite sehr schön anzuschauen ist das immer wachsame Schönhörnchen
(Callosciurus
notatus, Plantain Squirrel, bis 22 cm). Die stark dunkel rötlich-braun gefärbte Gemeine Baumspitzmaus (Tupaia glis, Common Tree
Shrew)
wird häufig mit ihm verwechselt, ist aber mit max. 20 cm erheblich kleiner und
auch schmaler. Wenn man mal die Glattechse (Mabuya multifasciata, Common Sun
Skink, bis 35 cm)
für länger zu sehen bekommt, sieht man, dass sie in blau und grün leicht
metallisch glänzt. Auch die Eidechse Calores versicolor (Changeable
Lizard, bis 37 cm)
eignet sich für schöne Fotos, wenn sie nur einmal still halten würde.
Der in Asien häufige, beliebte „sprechende Vogel“ Beo 159
(im Park: Common Myna + White Vented Myna)
irritiert oft andere Vögel durch
Rufnachahmung, imitiert als Kulturnachfolger Handy-Klingeltöne, Husten und Lachen, einige Worte und
kurze Sätze und sorgt so für einiges an Belustigung. Daneben sind noch
die Spotted Dove mit ihrem gepunkteten Halsband und die Peaceful Dove häufig zu sehen. Auffallend ist
der Schwarznackenpirol 164:
Auf dem Rücken goldgelb und schwarz gefärbt und mit orangem Schnabel.
Sollte man sie mal nicht sofort sehen, hilft ihr lautes glucksendes Rufen und
"Schnattern" (man könnte auch sagen "vor sich hin
brabbeln") für sich alleine oder um Kontakt mit Partnern zu halten beim Aufspüren. Sie fliegt in einer typischen
undulatorischen Weise, kommt häufig in Südostasien vor und ist oft am
Rande von Kokosnuss- und Bananenplantagen anzutreffen. Der Philippinische Eisvogel
164
und sein Kollege der White Throated Kingfisher sind neben vielen anderen im Park,
besonders gut oberhalb des Eingangs zum Evolutionsgarten
von dem Abhang aus, zu beobachten. Ein sehr seltener Gast geworden ist der auffällig
rostbraun gefärbte Brahminenweih 91
mit weißer Brust und weißem Kopf, der leicht mit einem Seeadler verwechselt werden
kann, allerdings erheblich kleiner ist.
Von der Orchid Plaza bieten sich an:
Der Rückweg könnte über die Upper Palm Valley Rd. führen, man sollte noch
den Abstecher Heliconia Walk entlang des Seeufers mitnehmen, um sich schließlich
dem Visitor
Center und Ausgang zuzuwenden. (Laufzeit +15 min)
Kurz zuvor sieht man auf dem Hügel links das E.J.H. Corner House. Es gehörte dem gleichnamigen Assistand Director von
1929-1945, ein Spezialist für Pilze, tropische Bäume und Palmen. Er
nahm danach eine Professur für tropische Botanik an der Universität in
Cambridge an. Heute beherbergt es das edle Restaurant mit Weinkeller au Jardin
DES AMIS.
Wer nun noch Zeit und Lust hat, insbesondere wenn wissbegierige Kinder mit im Gepäck sind, sollte unbedingt einen Abstecher in den
1.5 ha großen Evolutionsgarten
unternehmen. Hier gibt es eine gelungene Mischung aus Geologie und Biologie und
Information: Von
der Entstehung der Erde und des Lebens, alles auf einem spiralförmigen
Rundwanderweg angelegt, wenn auch verständnisvoller Weise nicht
maßstabsgerecht. Der Pfad versucht die damalige Pflanzengemeinschaft mit Hilfe
lebender Fossilien, wie z.B. den Baumfarn (siehe etwas ausführlicher
hier), nahen Verwandten oder
Rekonstruktionen in der zeitlichen Abfolge ihres Erscheinens zu visualisieren.
Den Eingang markieren einige mächtige, versteinerte Baumstämme - ein bewusster,
effektvoller Bruch der Chronologie.
Nur wenige Meter markieren den Beginn
der unwirtlichen, kahlen Erde mit ihren Vulkanen vor etwa 4.600.000.000 Jahren.
Ca. 3 Milliarden Jahre zählen
die ältesten Lebewesen. Diese Cyanobakterien, früher
Blaualgen genannt, bauen noch heute im Flachwasser vor der Küste Australiens
ihre typischen pilz-/hügelartigen Stromatolithen (Repliken) aus Calciumcarbonat
auf. Sie sind gleichzeitig die ersten
chlorophyllhaltigen Lebewesen, die durch Fotosynthese die Atmosphäre erstmals
mit Sauerstoff erfüllten. Vor etwa 450 Millionen Jahren wagten schließlich die
ersten Algen und Leberblümchen Brückenköpfe an Land anzulegen. Zu ihnen
gesellten sich auch Horsetails (Equisetum hyemale), grashalmartige
Gewächse, vor 380 Millionen Jahren. Aus primitiven
Lagerpflanzen entwickelten sich Moose, Aurora Australis (Roaring
Horsetail + Giant Horsetail), der stabähnliche Farn Wisk Fern (Psilotum
nudum), dem die meisten heutigen Landpflanzen im Aufbau ähneln, und Cooksonia
mit ihren kugelförmigen Endungen (Replik); die Biodiversität nahm rapide zu. Über die
nächsten 100
Millionen Jahre entwickelten sich aus ihnen Farne, primitive Nadelbäume, Kletterpflanzen
und Epiphyten. In den riesigen Sümpfen des Devon und Karbon wuchsen gigantische
Lycopod-Bäume (Lepidodendrons - als Replik gezeigt, Clubmoss Tree), die mit Schuppenbäumen und anderen
längst ausgestorbenen Gewächsen die
heutigen Kohlevorkommen bildeten.
Der Ginkgobaum (Ginkgo biloba) wird als ein "lebendes Fossil"
bezeichnet, weil er die einzige heute noch lebende Art der Ordnung Ginkgoales ist, welche im Mesozoikum eine weit verbreitete und formenreiche Gruppe darstellte.
Ebenfalls bis in heutige Zeit überlebt haben die Baumfarne 167
(ausführlicher, engl. Cycads).
Etwa zur gleichen Zeit, vor etwa 230 Millionen Jahren, mutierte eine nicht
bekannte Pflanze und im Laufe der Selektion entstand eine wasserlilienähnliche
Variante. Im Anschluss hielt sie sich fast 50 Millionen Jahre vornehm zurück,
als wolle sie Energie sammeln. Dann offerierte sie ihr genetisches Potential:
fächerte sich explosionsartig in viele verschiedene Arten auf und die
Blütenpflanzen traten ihren Siegeszug an, das floristische Gesicht der Erde bis
heute prägend. Das Blumen- und Fruchtangebot in Formen, Farben und im wahrsten
Sinne des Wortes zum Geschmack für jeder"mann" ist nur der
raffinierte Ausdruck die Fauna auszunutzen, für die Verbreitung und
Erhaltung der Blütenpflanzen zu arbeiten. Und das ohne Großhirn, aber mit
Rinde. (reine Laufzeit +20 min +Rückweg 5-10 min)
Wer nun noch nicht genug hat, kann noch die Strecke bis zum
Ökosee durchlaufen oder es sich für den nächsten Tag aufheben. Was
man genau unter "Öko" in Singapur versteht, wird gleich zu Anfang
unmissverständlich erklärt: 1. eine naturbelassene Umgebung (wovon man in der
parkartigen Landschaft nicht viel mitbekommt) und 2. eine Anlage, mit
ökonomisch interessanten Pflanzen. Letzteres wird dargestellt durch
Abteilungen mit tropischen Nuss-, Frucht- und sonstigen Nutzbäumen, sowie
Gewürzen und medizinisch interessanten Gewächsen.
(reine Laufzeit mind. +30 min +Rückweg 10-15 min)
Es gibt aber noch viel mehr zu entdecken!
Ganz im Stil des Deutschen Museums in Bonn und München aufgebaut, ist es
eine Fundgrube für alle Wissenschaftsinteressierte. Vor allem Kinder mit
Familie kommen hier auf ihre Kosten und können nach Herzenslust
experimentieren. Für die singapurianischen Schulklassen stehen sogar eigene
Laboratorien zur Verfügung, wo sie unter Anleitung DNA klonen können. Aha, so
schaffen die also ihre Arbeitskräfte.
Angeschlossen ist eines der atemberaubenden Omnimax-Theaters.
Eintritt S$ 6, Kinder die Hälfte, Reduktion bei gleichzeitigem Kauf einer
Kinokarte. 10-18 Uhr, Montags (außer Ferien) geschlossen!! www.science.edu.sg
Eine absolute Sehenswürdigkeit auf der
Vergnügungsinsel Sentosa
ist die
künstliche Unterwasserwelt. Allerdings ist der Ersteindruck erschreckend. In einer
großen Säule, alles aus 6 cm starken Acrylglas geformt, das in Deutschland hergestellt
wurde, schwimmen Fische - darunter auch Dolly -, einzelne mit ausgeprägten Geschwüren, um halbtote Korallen.
Direkt neben dem Eingang gibt es einen "Unterwasserstreichelzoo" mit
Seesternen aber auch kleinen Haien, Stachelrochen und Igelfischen. Ich kann nur
mit dem Kopf schütteln. Auch die folgenden Aquarien sind zunächst recht traurig anzuschauen. Je tiefer
man allerdings steigt, desto interessanter wird es.
In einem großen Aquarium,
die übrigens alle sehr informativ beschriftet sind, befinden sich etliche Sepien
53. Ihre Intelligenz kann durch Kommunikationsversuche
getestet werden. Je nach Laune der Wirbellosen gibt es "Antworten".
Ein Winken mit den Fingern wird durch ein "Winken" mit den Fangarmen
imitiert, besonders Neugierige begeben sich auch dicht an die Scheibe und
beäugen dargebotene Objekte, folgen diesen sogar. Interessant war die Reaktion
auf mein Notizheft. Schließlich zeichnete ich einige einfache geometrische
Figuren und hob einige Teile durch dicke Striche hervor. Es schien, als ob
"mein" Sepia diese studierte! Noch überraschender war die Reaktion,
als ich das Heft zuklappte. Im Bruchteil einer Sekunde veränderte
der Kopffüßler seine Hautoberfläche. Runzeln, Warzen und Stacheln erschienen und es
trat eine schlagartige Verfärbung ein. Gleichzeitig flüchtete es mit hoher
Geschwindigkeit rückwärts. Mein Heftumschlag war knallrot!!
Mimikry (Camouflage) wird im Nachbarfenster an Hand der seltenen Blattseepferdchen (Phycodurus
eques) und Geisterpfeifenfische
(Phyllopteryx taeniolatus) demonstriert.
Das Prunkstück ist allerdings ein 80 m langer Acrylglastunnel, auf dem man sich
mittels einer gemächlichen Rollbahn durch das große Aquarium bewegt. Riesige Makrelen und Zackenbarsche,
die locker ein kleines Hochhaus zur Mahlzeit gereichen würden, ziehen
gemächlich ihre Bahnen. Die vom Aussterben bedrohte Seekuh
(Dugong dugon) 160
hat hier vor Jahren
als gestrandetes Baby seine Heimat gefunden und ist aufgepäppelt worden. Viele
Spielgefährten hat diese Sirene allerdings
nicht. Was allerdings die früheren Seefahrer veranlasst hat die tollpatschigen
und nicht gerade besonders hübschen Säuger als Meeres- bzw. Seejungfrauen zu bezeichnen wird für immer ein Rätsel bleiben. Nur 6 cm trennen mich von Rochen
und Gitarrenhaie, denen es offensichtlich Freude bereitet, sich über meinen Kopf
auf die Tunneldecke zu legen. So nah jede Einzelheit studieren zu können ist
einem Taucher niemals möglich, auch nicht "Tiger"- (womit
Leopardenhaie gemeint sind 62)
und Ammenhaie aus nur 1 m
Entfernung ausgiebig zu betrachten. Man kann übrigens auch ein exklusives
Abendessen mit Hai arrangieren! Die Tische werden dazu auf die Rollbahn
gestellt.
Alternativ taucht man mit einem Mitarbeiter im Aquarium und kann hautnah
bei der Fütterung dabei sein, bei der Haifütterung allerdings
vorsichtshalber hinter Gittern.
Im Eintrittspreis für die Unterwasserwelt ist eine Show im Delphinarium
enthalten. Da es sich in einer natürlichen, abgesperrten Meeresbucht befindet,
schaute ich sie mir ausnahmsweise mal an. Es sind rosafarbene Delphine!
Ganz kurz: lohnen sich beide nicht mehr!! Sie werden dem Zerfall überlassen, aber angeblich soll es ein neues Konzept geben.
Man
mag es mich kaum wiedererkennen, aber auch den Jurong
Birdpark kann ich mit meinem Groll auf
eingesperrte Tiere dennoch empfehlen. Hier findet sich u.a. der Stellars Sea Eagle (Haliaeetus pelagicus),
mit bis zu 9 kg und 2.4 m Spannweite der größte Adler der Welt. Für Vögel dieser
Größe sind allerdings alle Volieren der Welt zu klein. Auch konnte ich mich
nicht einer gewissen Bedrückung entziehen, als ich zu Beginn der Rundwanderung
auf die kleinen Käfige der wunderschönen Eisvögel stieß. Doch schon bald
ändert sich das Bild. Höhepunkt ist sicherlich die bis zu 40 m hohe, bei gut
120 m Durchmesser messende Voliere, in der hauptsächlich Papageienarten - fast - genügend Ausflug haben.
(Links Goura goura scheepmakeri, Maronenbrust-Krontaube, Crowned Pigeon,
bis 66 cm)
Ob man die angebotenen Shows in der Arena am Eingang sehen möchte ist Geschmackssache. Allerdings fand
ich bei allen Aversionen gegen derartige Veranstaltungen die "All Star Bird
Show" besonders wegen der am Ende kreisenden grell bunten Papageien
beeindruckend. Man möge mir dieses beeindruckende Erlebnis verzeihen;
normalerweise schaue ich mir das lieber in freier Natur an - nur: wo kann man
dies mit einem vergleichsweise geringen Aufwand (ich rede hier durchaus von
Tagen) schon erleben? Eintritt 14 S$. www.birdpark.com.sg
Empfehlenswert ist - entgegen meinen sonstigen, grundsätzlichen Einstellungen zu derartigen Einrichtungen - auch der Zoo. Etwas "weit" - aber was ist schon weit in Singapur - außerhalb gelegen und recht einfach über die Nordroute mit der U-Bahn, anschließend mit dem Bus 171, in etwa 45 Minuten ab Downtown zu erreichen - Wartezeiten, die nochmals etwa 30 min ausmachen können - nicht mitgerechnet. Etwas günstiger ist es zwei MRT-Stationen weiter zu fahren und von dort für ca. 7 S$ ein Taxi zu nehmen. Dann kann man wirklich von 45 min Anfahrt ausgehen. Die vielumworbene Nachtsafari in einem Elektrozug wird übrigens von einigen als recht kitschiges und somit kaum lohnendes Angebot beschrieben! Geöffnet 8.30 - 18 Uhr, www.zoo.com.sg.
Hier rasen die Siamang frei durch den Wald, andere Arten leben isoliert auf
kleinen Inseln in künstlich angelegten Seen. Das Konzept "offener
Zoo" geht stellenweise ausgezeichnet auf. Einige Gehege bedürfen
sicherlich noch der Nachbesserung.
Ich hüpfe wie gewohnt durch den Regen, froh einen Schirm und mein langes Hemd
aus Hanoi zu haben. Hätte ich mir doch zwei machen lassen! In den rollenden
Kühlschränken der Stadt könnte ich sie gut gebrauchen. Wenigstens habe ich zwei
lange Zipphosen. Lästig ist nur das laufende abzippen, anzippen - hier
sollte man mal etwas Schnelleres erfinden. Damit könnte sicherlich Geld zu
verdienen sein, ich denke mal nach.
Hochinteressant ist das riesige Freigehege der Orang Utans (Rehabilitationszentrum
in Sumatra), eine der Attraktionen die Splash Safari und die Reptilienshow. Normalerweise nicht
angetan von derartigen Vorführungen, habe ich sie mir dennoch angesehen. Witzig
und informativ wird sie dargeboten. Einer überraschten englischen Touristin, die auf die
Bühne gebeten wurde, wird eine riesige Python um den Hals gelegt. Ein kleiner
Komodo-Waran, offensichtlich gut in Futter und diverse andere Reptilien bekommt
ein zweiter, schon ängstlicherer Tourist auf den Schoß. Dem Guten versagen
allerdings zunehmend die Nerven, insbesondere als plötzlich ein über 1 m
langes Krokodil grinsend auftaucht. Freundlich wird das Tier in einen 2½ m
tiefen Graben bugsiert, das Bühne und Zuschauer trennt, 1 m hoch mit einer Plexiglaswand
umfasst ist und einen Blick unter Wasser zulässt. Die Hauptattraktion ist allerdings eine
kleine, hochgiftige Schlange, die sich noch in einer Box befindet. Unser
ängstlicher Tourist ist schon dabei sich zu verabschieden, macht dann aber doch
noch die letzte Nummer mit. Damit auch die Zuschauer in dem Amphitheater etwas
sehen können,
rückt man soweit als möglich auf der Bühne vor. Dann geschieht das
Ungeplante. Beim Öffnen der Box schnellt die Schlange heraus, der Tourist
bekommt einen Riesenschreck, verliert das Gleichgewicht und fällt, heftig
rudernd in voller Montur in den Wassergraben. Das Krokodil, offensichtlich noch
auf eine Nachspeise aus, wittert seine Chance und macht sich auf. Der Arme
versucht vergeblich hektisch die Bühne zu erklimmen, Hilfeversuche der
Bühnenmannschaft scheitern aber an dem glitschigen Boden, so dass er in das
Wasser zurückfällt. Das Krokodil ist inzwischen bedrohlich nahe. Mit letzter
Kraft und im letzten Augenblick rollt der junge Mann sich über die Plexiglaswand,
klatscht hinunter und hockt apathisch auf dem Boden. Seine Brille liegt nun auf
dem Grund des Grabens, so dass er nicht mitbekommt, dass es sich eigentlich um
einen Gag handeln sollte. Die Schlange in der Schachtel ist "Jack in the
Box". Total konsterniert und unter vielen Entschuldigungen komplimentiert
man schließlich den Patschnassen hinter die Bühne. Das Publikum ist entsetzt,
die Show zu Ende.
Es gibt auch einen kleinen Garten mit diversen Gewürzen und Nutzpflanzen. Hier finde ich auch endlich einen Namen für mein Kangkong, bzw. Kungkang, einer Art Wasserspinat 68, wie ich bisher immer zu sagen pflegte und der mir so, so gut schmeckt. Dort lerne ich auch, dass Tapioca unter Manihot esculenta geführt wird, was mich wieder zu der Überlegung bringt, ob Tapioca und Manjok identisch oder nahe verwandt sind. Dies konnte inzwischen geklärt werden: 98.
In direkter Nachbarschaft ist das Schmetterlingshaus. Es scheint nicht
gerade Saison zu sein. Dafür sehe ich karnickelgroße (sic!) Rehe unter dem Unkraut,
einige Lemuren, die stellenweise ein Geschrei anstimmen, das ich diesen kleinen
Kehlen gar nicht zugetraut hätte. Von einer Aussichtsplattform aus sollen
Schmetterlinge für den Besucher angelockt werden. Dazu sind, nahe der Balustrade,
etliche Zuckerwasserschälchen angebracht, die allerdings kaum besucht sind.
Dafür hängen nur 1 Meter entfernt, wie die Australier , einige Flugfüchse
an einem Ast, Kopf nach unten, und vergnügen sich an dort aufgespießten Früchten. Nach dem Essen
wird fein säuberlich mit der Zunge Fell und Flughaut gepflegt. Erstaunlich wie lang die
Zunge ist. Intelligente Tiere! Zum Schluss holt sich einer dieser gewieften Füchse
damit, während zwei Primaten, ein Homo sapiens sapiens und ein Lemur interessiert
zuschauen, ungeniert einen runter.
Fledertiere sind die einzigen
Mammalia auf der
Welt, die fliegen können. Die Tiere sind behaart und säugen ihre Jungen ebenso
wie alle andere Säugetiere auch. Vor wenigen Jahren glaubte man noch nachgewiesen zu haben, dass Klein-
(Microchioptera, im deutschen allg. Fledermäuse, Indon. kelambit, Tagalog
faniki, Cebuano kulagnik) und Großfledertiere (Megachioptera)
von unterschiedlichen Vorfahren abstammen und sich zu verschiedenen Zeiten
entwickelt haben (Konvergenz). Jüngsten Untersuchungen zufolge sind sie jedoch monophyletisch, d.h. stammen vom gleichen Vorfahren
ab. Flughunde werden der
Familie der Großfledertiere mit hunde- / fuchsähnlichem Kopf zugeordnet. (Pteropus
lanensis lanensis, P.alecto und P.vampyrus malaccensis,
Indon. kalong, Tagalog kabug, Visaya kabilaw, Madag. Fanihy).
"Flugfuchs" ist ein anderer Begriff für Flughund, der wortwörtlich aus dem englischen "Flying Fox" übersetzt
ist; im Deutschen ist Flughund üblich, Flugfuchs bei fuchsähnlichem
Kopf aber möglich.
Die Familie der Großfledermäuse sind Früchtefresser. Die
größten Arten erreichen ein Gewicht bis zu 1,5 Kilo bei einer
Flügelspannweite von bis zu 2.00 m (!). Ihre Orientierung erfolgt nicht wie bei
den Kleinfledermäusen mit Hilfe von ultrahohen Schallwellen, sondern mit Augen
und Nase. Den Tag über verbringen sie in Großkolonien, die 10.000 Mitgliedern
zählen können, schlafend in einem Baum hängend (kleinere Arten bevorzugen,
wie die Fledermäuse, Höhlen), in Mangrovenwäldern und im tiefer gelegenen
Regenwald. Kann man sie beobachten, ist deutlich erkennbar, wie sie sich in der
Sonnenhitze mit den Flügeln Kühlung zufächeln. Ihre Stimmen klingen wie die
Laute einer liebestollen, aber in den Stimmbruch geratenen Katze, besser weiß
ich es nicht zu beschreiben.
Kurz nach Sonnenuntergang erhebt sich die gesamte Kolonie zu den
Futterquellen, oft Mangoplantagen denn Regenwälder gibt es kaum noch, die manchmal über 70 km entfernt sind - ein eindrucksvolles
Schauspiel.
Wer glaubt, dass die (nicht nur) indonesischen Kinder abends ihre
Drachen nur aus Spieltrieb steigen lassen, täuscht sich meist. Als
Früchtefresser wird den Flughunden ein besonders schmackhaftes Fleisch
nachgesagt und - leider - gerne gejagt (wie man auch in
Banda
Aceh, Medan, Sulawesi oder
Pangandaran
und dem übrigen Indonesien sehen kann). Da sie ihre, den Einheimischen bekannte,
allabendliche Flugroute instinktiv auf wenige Meter genau einhalten, verfangen
sie sich in den Leinen, die mit vielen Angelhaken gespickt sind. Oft
verenden sie noch vor dem Verkauf oder werden mit ausgebreiteten Flügeln wie
gekreuzigt aufgehängt angeboten.
Es muss allerdings - nicht nur in diesem Zusammenhang -
ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Kinder damit einen Beitrag zum
Einkommen der meist unterprivilegierten Familien leisten, die ihrem Überleben -
selten dem "Luxus" - dienen. Unser im Laufe von Jahrzehnten gewachsenes
Umweltbewusstsein und unsere Art mit Tieren umzugehen (ich erinnere aber auch
z.B. an die Rindertransporte quer durch Europa) kann hier nicht radikal
durchgesetzt werden, solange vielen die primitivsten Grundlagen eines
menschlichen Lebens fehlen.
Wissenschaftler
fordern im "British Ecological Society's Journal of Applied Ecology"
Schutz für die Flughunde: www.general-anzeiger-bonn.de
(8/2009). Nach ihren pessimistischen Angaben könnte er im malayischen
Archipel in 6-8 Jahren wegen Überjagung ausgestorben sein. Dazu passt
auch die Feststellung in Nord-Sulawesi
(beobachtet 2009, siehe rechts mit abgetrennten Flügeln), wonach auf
den Fleischmärkten inzwischen Flughunde aus Süd-Sulawesi importiert
werden müssen, da sie im Norden praktisch ausgerottet sind.
Recht nahe an dem Stadtzentrum, nur 20 min mit dem Bus 166 (ab St.?? bis zur
Haltestelle an der Thomson Rd.)
von Little India entfernt, befindet sich dieser Stausee mit umgebenden,
weitläufigen Wald und Park, exakt bezeichnet als Central Cachment Nature
Reserve MacRitchie. Auch für
Rollstuhlfahrer, die noch ein wenig mobil sind und gelegentlich einigen Stufen
steigen können, ist dies ein lohnenswertes Ziel. Sie sollten sich allerdings
auf den mit Holzbohlen befestigten, 2.25 km langen Petai Trail entlang des
nordöstlichen Seeufers beschränken. Für alle anderen gibt es noch als
Alternative des MacRitchie Nature Trails, der über mehrere Kilometer durch einen sehr
gut durchwachsenen Sekundärwald führt: Dschungel mitten in der
Stadt. Aber auch - oder vielleicht sogar besonders - der kurze Abschnitt des Petai Trails kann mit einer schönen
Artenfülle aus Flora und Fauna aufwarten. Besonders die Makaken
148
lieben den
ersten Buchteinschnitt am Sees, um am Nachmittag mit der Familie einen Ausflug
zu unternehmen. Die kräftigeren Burschen scheuen sich auch nicht, den Homo
sapiens sapiens zu vertreiben, damit die ganze Bande an den Holzbänken
Platz nehmen kann. Seltener bekommt man die Banded Leaf Monkeys (Presbytis
femoralis femoralis) zu Gesicht.
Ornithologen werden sich u.a. über den Banded Woodpecker (Picus miniaceus),
Flaggen-Drongo (Dicrusus paradiseus, Greater Racket-tail Drongo), den Beo
(Gracula religiosa, Hill Myna) und Striped Tit-Babbler (Macronous
gularis) erfreuen können. Die beiden letzt genannten sind ausgezeichnete
Pantomimen und imitieren gerne die Rufe anderer Vögel.
Über den sandig-schottrigen MacRitchie Nature Trail, der intensiv von Joggern genutzt wird, ist nach 4.1 km die mondäne Golfanlage Singapore Country Club (Island Location) erreicht. Über die dorthin führende Island Club Rd. kann in etwa 15 min bis zur Upper Thomson Rd. gelaufen werden, an der sich in unmittelbarer Nähe der T-Kreuzung eine Bushaltestelle befindet, die u.a. von der Linie 166 (Richtung Little India) bedient wird. Am Rand des Golfplatzes zieht sich der Terentang Trail etwa ein Kilometer weiter zu einer wirklich sehenswerten Hängebrücke entlang. Von der gleichen Kreuzung aus kann auch das Bukit Timah Nature Reserve über einen 7.6 km langen Spaziergang erwandert werden. Über einen insgesamt 10.8 km langen Rundwanderweg besteht zudem die Möglichkeit wieder zum Ausgangspunkt an der Staumauer zurück laufen.
163.8, 163.28, 163.63 m ... die offiziell verlautbarte Höhe schwankt ein
wenig, aber es ist definitiv der höchste "Berg" von Singapur, also
keine Sorge vor alpinistischen Übungen. Der vulkanische Granitfelsen
wurde vor 200 Millionen Jahren im frühen und mittleren Trias gebildet. Den Dschungel darf man
ausnahmsweise einmal ernst nehmen, er erfüllt alle Anforderungen, wenn auch der
Primärwald von gut durchwachsenem Sekundärwald und einem Netz von teilweise
betonierten Wegen durchsetzt ist, auf denen viele lärmende Menschen - Wanderer,
Familienclans, Jogger,
Mountainbiker - vor allem an Wochenenden und Feiertagen die Atmosphäre stören.
Kreuzen die weitverzweigten Stürzwurzeln die Pfade, so hat man sehr
vernünftigerweise hölzerne Gehsteige darüber gebaut; nachahmenswert! Alle Pfade sind gut
begehbar, der Hauptweg ist sogar durchgehend betoniert (sic!), nur den
"Felsenpfad" sollte man ausschließlich bei guter Kondition angehen. Ist der
Hauptweg durchgehend in englisch dokumentiert, so mangelt es im weiteren Verlauf
des "Nature Trails".
Eine Besonderheit stellen die Abfalltonnen dar: mit einem raffinierten Verschluss
versehen sorgen sie gegen Plünderungen durch die Affen.
Die Männchen der Grünen Zikade (Dundubia sp., Green-bodied Cicada, + Purana tigrana) sind dann das erste natürliche Geräusch, was man im schattigen Park zu hören bekommt. Geräuschlosere Stechmücken zeigen, dass die Mitnahme eines Repellent durchaus sinnvoll ist. Unter den Insekten im Reservat hat zudem jemand, der wohl viel Zeit hatte, 10.000 Käfer-, 200 Ameisen- und gar 200 Kakerlakenarten gezählt.
Ein
derartiges Verbotsschild im Dschungel kann es nur in Singapur geben!
628 km² misst ganz Singapur, 51.4% sind inzwischen bebaut, Tendenz steigend. Ich hatte den Eindruck, dass die einzigen bezahlbaren Quadratmeterpreise nur noch in den Kleeblättern der Schnellstraßenkreuzungen zu erhalten sind. Schon in den 1880iger Jahren war die Wildnis zu 90% eingeschlagen, heute entfallen nur noch 28.6 km² auf bewaldete Gebiete, was 4.5% der Gesamtfläche entspricht. 1883 gegründet, ursprünglich eine botanische Pflanzensammlung für mehr als ein Jahrhundert, kann das Bukit Timah Natural Resort nun auf 164 ha 98 Tier- und 912 Pflanzenarten, mehr als in ganz Nordamerika, vorweisen.
Botaniker würden von einem Küstenberg-Dipterocarpus-Wald
sprechen, da 18 verschiedene, der oft bis 80 m hohen Dipterocarpaceae,
wie Shorea, Vatica und Hopea hier gefunden wurden.
Hauptsächlich handelt es sich dabei um Shorea curtisii (Seraya: mit
eingerissener Rinde) und Dipterocarpus caudatus spp. penangianus (Keruing:
genoppte Rinde). Der wissenschaftliche Name stammt von di = 2, ptera = Flügel
und carpus = Samen: also zweiflüglige Samen ausbildende Bäume.
Welche Bedeutung das harte und schwere Holz des Tempinis Tree (Streblus
selongatus, Riau Ironwood) für die Insel hatte, zeigt dass 37 Straßen und eine Stadt - in
der einheimischen Sprache Tampines - nach ihm benannt wurden. Noch heute werden
aus ihm Parkettbeläge, Tür- und Fensterrahmen gefertigt, allerdings muss nun alles
importiert werden.
Rattanlianen (Korthalsia scaphigera) können eine Länge von 175 m
erreichen. In einigen Wäldern machen die Blätter von Lianen bis zu 40% des Kronenbereichs aus. Der Vogelnestfarn (Asplenium nidus,
Birdnestfarn) und der beeindruckende Geweihfarn (Platycerium coronarium, Staghorn Farn)
sind als Epiphyten in den höheren Regionen auszumachen. Besonders schön
anzuschauen ist der Peacock Fern (Selaginella willenovii und [Bot. Garten
Singapur] S. uncinata), bei dem oft
einige Blätter metallisch-blau schimmern. Der mit seinen Trieben hexagonal-geometrische Muster
ausbildende Farn Dicranopteris
curranii (Resamfarn) ist dagegen nicht gerne gesehen. Er verbreitet sich durch
menschlichen Einfluss sehr aggressiv, unterdrückt andere Pflanzenarten und wird
daher regelmäßig gejätet. Daneben findet man noch, die nach dem allgemeinen
malaiischen Wort ebenfalls als Resamfarne bezeichneten D. linearis + Gleichenia
truncata.
Einige scheue Schlangen - wie die Paradies-Schmuckbaumnatter (Chrysopelea paradisi, Paradise Tree Snake und die Netzpython Python reticulatus, Reticulated Python) - bevölkern das Areal, aber man wird meist vergeblich nach ihnen Ausschau halten. Ob die Quellen zuverlässig sind nach der sogar ein Mensch von einer, übrigens ungiftigen Python - sie können im tiefen Busch eine Länge von 11 m bei bis zu 120 kg Gewicht erreichen - verschlungen wurde (gestellte Aufnahmen?), lässt sich nicht verifizieren.
Auch
Nektarvögel
oder Honigsauger - wie der wie der Grünrücken-Nektarvogel (Nectarina jugularis,
Olive-backed Sunbird, rechts) - können an Blüten beobachtet werden. Sie haben
eine konvergente Evolution analog den Kolibris in der Neuen Welt durchgemacht
und beherrschen den Schwirrflug, wenn auch nicht in dem Maße wie ihrer Kollegen
auf der anderen Seite der Welt. Sie kommen bis zu den Philippinen vor. Der in Asien
beliebte „sprechende“ Beo (Gracula
religiosa 159)
irritiert oft anderer Vögel durch
Rufnachahmung, imitiert Handy-Klingeltöne, Husten und Lachen, einige Worte und
kurze Sätze und sorgt so für einiges an Belustigung. Umso trauriger ist seine
Käfighaltung. Im Park ist er manchmal noch in freier Natur antreffen.
Ein
besonderer Augenschmaus, der Flaggendrongo (Dicrusus
paradiseus, Greater Racket-tailed Drongo), ist nur selten zu sehen. Seine spektakulär
geteilten, langen schmalen Schwanzfedern, die in ovale, schmuckförmige
Federflächen auslaufen, weisen ihn als Mitglieder der Paradiesvögel aus. Mit
himmelblauem Rücken und schwarzer Unterseite präsentiert sich der Elfenblauvogel
(Irena puella, Asian Fairy Bluebird) aus der Familie der Feenvögel. Eine Unterart des Philippinischen Eisvogels
150
(Collared Kingfisher) huscht
gelegentlich durch das Geäst, ist aber ebenso scheu wie ein stargroßer Vogel
mit rostbraun-rotem Rücken, der von mir nur kurz gesehen wurde. Den Specht
mit leuchtend roten Schopf und an die Zeichentrickserie erinnernd (Dinopium
javanense, Common Flameback [Woody] Woodpecker), wird man wohl meist eher zu hören,
als zu sehen bekommen. Häufig zu sehen ist dagegen der auf grau-weiß-bläulichem
Hintergrund schwarz gepunktete Schmetterling Idea stolli logani (Common
Tree Nymph), seltener der kleine aber leuchtend bunte Branded Imperial (Eooxylides
tharis distanti).
Nur wenige Säugetiere werden noch aufgelistet, darunter das Lesser Mousedeer und der Langschwanz-Makake 148, der oft an den Wanderwegen und bei Mülltonnen anzutreffen ist. Extra für ihn wurde ein einbruchsicheres Verschlusssystem entwickelt. Nur selten wird man das Glück haben einen Malaien-Gleitflieger (Cynocephalus variegatus) zu sichten, häufiger schon Schönhörnchen (Callosciurus notatus, Plantain Squirrel und Sundasciurus tenuis, Slender Squirrel). Kaum eine Chance hat man auf das tropische, ameisenbärartige Malaiische Schuppentier (Manis javanica, Pangolin), das in Afrika und Asien heimisch ist. Und konnte man Tiger (Panthera tigris) zu Anfang des 20. Jahrhunderts in der Umgebung des Bukit Timah noch häufig hören, so wurde der letzte am 26.10.1930 von einem Mr. Ong Kim Hock erlegt.
Zur Abwechslung sollte man auf dem Rückweg auch einen kleine Schleife über den Taban Loop machen. Ist dann noch Zeit, lohnt der kleine, labyrinthische und sehr gut dokumentierte Hindhedge Nature Park links vom Besucherzentrum einen Besuch! Notfalls kann man seine Kinder hier auch auf netten Spielplätzen und dem Abenteuerpfad mit Hängebrücken für eine halbe Stunde parken. Vom Aussichtspunkt hat man einen Blick in den ehemaligen, jetzt abgesoffenen Granitsteinbruch Hindhedge Quarry.
Literatur
Wasserschlangen, Bindenwarane 147, Makaken 148 u.v.m sowie - hauptsächlich im europäischen Winter - Tausende von Zugvögeln: Diesen Lebensraum bietet die tropische Fauna der ca. 130 ha großen Mangrovensümpfe (siehe auch Mangroven), Regenwälder und Wattlandschaften des erst 2002 eingerichteten Naturreservats im äußersten Nordwesten. In dem großen Feuchtgebiet gibt es 3 Wanderwege von 3-7 km Länge. Jeden Samstag 9.30 + 15.30 Uhr werden kostenlose Führungen angeboten. 301 Neo Tiew Crescent, geöffnet tgl. 7.30-19 Uhr, Bus 925 ab MRT-Station Kranji, www.sbwr.org.sg
Die Insel im äußersten Nordosten, im Meereskanal zu Malaysia, kommt dem ursprünglichen Singapur noch am nächsten und erscheint z.T. als Freilichtmuseum der Vergangenheit. An der Anlegestelle werden Fahrräder vermietet, der wohl beste Weg, die Insel zu erkunden. Es gibt auch geführt Touren. Ab MRT Tanah Merah mit Bus 2, dann Motorboot vom Changi Point Gerry Terminal. Achtung: Sie fährt erst los, wenn sie mit 12 Personen besetzt ist, es darf keiner mehr sein! www.nparks.gov.sg
Und wie schon
jeder korrekt vermutet hat, verlaufen sie überwiegend unterirdisch.
Die
Stationen sind meist keine einfachen Ein- und Ausgänge. Besonders die
Knotenpunkten sind mit Gängen untereinander labyrinthartig verbunden. Vielfach sind
schon sie mit Vorratskammern gespickt, in denen vorbeieilende, termitenartige
Ströme sich sättigen und ihren Durst löschen. Sie enden oft in den Tiefgeschossen einer der
vielen ausgeklügelt klimatisierten Riesenbauten, in diesem und umliegenden
Ländern Malls genannt. Teilweise sogar
unterirdisch über lange Strecken miteinander verbunden, trotzen sie der
tropischen Hitze, was AC-Kosten spart, und dem Sonnenlicht, denn Bräune liebt man nicht. Die
hautverfärbende Strahlung bekommen nur hart Arbeitende
über der Erde ab, dazu importiert man sie wie
schon zu englischen Kolonialzeiten; man kann es sich leisten und hat es nach der
Unabhängigkeit übernommen. Die Klimatisierung ist für europäische Verhältnisse übertrieben. Alles wird auf Temperaturen herabgekühlt, die
höchsten in dem Gemüsefach meines Kühlschranks zu Hause erreicht werden. Es ist richtig
kalt, insbesondere zu nächtlichen Zeiten, lange Hemden und Hosen sind teilweise
dringend erforderlich.
Offensichtlich gehören sie nicht einem bestimmten Bau an, weswegen alle miteinander verbunden sind. Die viergliedrigen Geschöpfe sind gekennzeichnet durch aufrechten Gang und - meist - kleinen Wuchses. Dies stellt man auch auf den Toiletten fest. Die "normalen" Pissoirs befinden sich in Knie-, die für Kinder in Knöchelhöhe. Die Mallwuerfe singaporiensis fallen durch ihr gepflegtes Aussehen, einem höflichen Umgang untereinander und häufig durch schlitzartige Augen oder dunklere indischen Versionen auf. Männliche Exemplare weisen meist keine oder schwache Gesichtsbehaarung auf (im Bild ein Mutant?), die Haut ist meist gelblich, oft auch hell- oder tiefbrauner Kolorierung. Seltener sind Weißhäutige zu sehen, die dann allerdings mit ihrer enormen Größe auffallend die Masse überragen. Sie sind vielleicht so etwas wie Wächter, da sie alles überblicken können und sehr überheblich tun. Auch riechen sie anders und tragen sogar hier unter der Erde Abdunklungsbrillen. Vielleicht sind sie gar keine Mallwuerfe, denn die anderen meiden sie meist oder belächeln sie. Andere wiederum werden hofiert, ich kann mir dazu noch keine abschließende Meinung bilden. Einige der kleineren, offensichtlich einheimischen Exemplare stehen an den Eingängen zu ihren Magazinen und lächeln freudig jeden Vorbeieilenden an, um ihn zur Begutachtung und Kauf der Waren zu animieren. Wiederum andere stehen an den Toren zu auf- und abfahrenden Treppen der verschiedenen Bauebenen.
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Sie kontrollieren den Zu- und Abstrom der
Vorbeieilenden, die zu langen, schlangenartigen Transportmitteln aus Metall und Glas hasten,
welche fast lautlos durch Röhren zu weit entfernten Bauten rasen. Nur wer ein
kleines buntes Kärtchen hat, das er gegen eine raffinierte Maschine hält, darf passieren. Dabei haben die
Wächter keinerlei Waffen, die Maschine selber hindert jeden ohne gültigen Ausweis listig am
Vorwärtskommen durch metallene Beine oder anderen Schranken, die ihm den Durchmarsch unmöglich
machen. Hinter dem vermeintlichen Betrüger Wartende sorgen dafür, dass dieser ganz schnell
aus der Reihe schert und sich auch ein buntes Kärtchen an einer anderen Maschine
erwirbt oder schnell vor den Blicken der Aufpasser verschwindet.
Die Ebenen über der Erde werden von einer Kaste dominiert, die
sich durch Tragen einer meist schwarzen rechteckigen Schatulle aus Leder und eines Stricks um
dem Hals unterscheidet. Aber vermutlich ist es keine Kaste, denn die anderen
behandeln sie nicht sonderlich herablassend oder aufblickend. Sie scheinen aber Angst
zu haben, denn sie schwitzen auffallend viel. Vielleicht wurden
sie aus der Unterwelt wegen eines Vergehens verbannt und müssen sich demnächst
an dem Strick aufhängen, der allerdings recht fein aussieht. Der Kasten unter
ihrem Arm könnte dazu dienen sich vorher darauf zu stellen. Möglicherweise heißen
deswegen ihre Mall-Abteilungen "Bank". Es scheint viele Bank zu geben.
Die Bank of Singapore, die Bank of Indonesia, Deutsche Bank ... ob auch
ausländische Touristen hier verurteilt werden? Von der rigiden Todesstrafe
bei Rauschgifthandel habe ich schon viel gehört. Ich beschließe vorsichtig zu
sein und sammle jede aufgerauchte Zigarette, wie zu Hause gewohnt bis ich einen
Abfalleimer finde, in meiner Zigarettenschachtel. Somit kann ich jederzeit nachweisen, sie
ordnungsgemäß entsorgen zu wollen. Aber oh je, dabei fällt mir ein,
dass es absolut verboten ist auch nur eine Zigarette nach Singapur einzuführen.
Ich muss diese Corpus Delicti schleunigst verschwinden lassen. Nun gerate ich
selber ins Schwitzen und sehe mich schon mit Bank in der Hand und Strick um den Hals die
oberen Etagen erklimmen.
Auf einem Rasenplatz stand ein Schild:
Am liebsten wäre ich hingegangen und hätte drunter geschrieben:
Aber es war verboten, etwas auf das Schild zu malen. |
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Ein nettes T-Shirt habe ich mir daraufhin zugelegt: "SINGAPORE IS A FINE
CITY". No flushing toilet: Fine 150 S$, No chewing
gum: Fine 800 S$, No spitting: Fine 300 S$, ... . Das
Pinkeln in einem Aufzug kostet: Fine 500 S$, recht so, das stinkt. Wer übrigens
etwas verschmutzt, kann eine Strafe bis zu Fine 2000 S$ bekommen oder muss
am nächsten Tag bei einer Behörde vorstellig werden. Dort bekommt er dann eine
neonleuchtende Weste mit der
Aufschrift "ORDER FOR corrective work" und darf z.B. den Strand säubern. Alternativ kann er seinen Dreck,
den er verursacht hat direkt mit dem eigenen T-Shirt aufwischen. Wer das ein- oder
zweimal gemacht hat, tut es kein drittes Mal oder lässt sich nicht erwischen.
Singapur ist eine recht saubere Stadt, a fine City, kann ich nur konstatieren.
Ich
konnte es nicht lassen und habe am letzten Tag in Singapur zum ersten Mal seit
20 Jahren aus purer Boshaftigkeit eine Zigarettenkippe weggeworfen. Zuviel
Autorität fordert heraus muss ich feststellen. "Nieder mit der Knechtschaft,
gegen die Unterdrückung der Dreckfreiheit, Abschaffung aller Banks ..." - ich falle in die 68iger zurück und schweife anscheinend ab.
Ist einmal ein seltener Ausgang ebener Erde aus diesen riesigen Malls erreicht, wird flugs ein klimatisiertes Taxi herbei gewunken. Für einen Preis, zu dem ein deutscher Droschkenfahrer nicht einmal das Taximeter einschalten würde, fährt man zu einem der vielen klimatisierten Wohntürme, wo schon die Ableger der Mallwuerfe singaporiensis hungrig auf Fütterung durch kunstvoll verpackte Beute von McDonalds, KFC, Pizza Hut und Chong wartet.
(April 2003) Nach dem Funkfeuer von Malaysia / Tioman,
einer ehemaligen Hochburg des Tourismus an der Ostküste von West-Malaysia,
liegen über 2000 km offener Ozean voraus, die in 11.582 m Höhe bei 887 km/h
zurück gelegt werden. Der Flieger, und das wundert mich schon die ganze Zeit,
ist leer. Ich kann mir meinen Platz suchen, wo und wann immer ich will. Haben SARS und die amerikanische Invasion im Irak doch noch kleine Vorteile
erbracht?
Wunderbare Wolkengärten, Korallenstöcken gleich dem Luftboden entwachsend,
erstrecken sich bis zum Horizont. Gemächlich schweben wir darüber und vorbei.
Abrupt geriffelter blanker Boden, aus dem sich nur einzelne Formationen erheben,
schließlich sich zu langen Wolkenstraßen vereinigend, absolut parallel um sich
in der Weite des Himmels irgendwann doch zu durchkreuzen. Vermutlich eine
Wettergrenze. Über all dem ein tiefblauer Himmel - wir sind an der Grenze zum
Weltraum - zum Horizont hin ein Aufhellung zu einem milchigblau, ohne exakte
Horizontlinie, so dass eine Trennung Luft-Wasser unmöglich ist und die Illusion
des schwerelosen Dahinschwebens perfektioniert.
Auf halber Strecke plötzlich wie ein Spiegelei, das ich schon von dem Malediven
her kenne, in den Weiten des Ozeans, in grünlich-türkis und weiß. Wer, wenn
überhaupt, mag so abgeschieden wohnen. Eine zweite folgt sogleich um sich wie
eine Illusion im Vorbeiflug aufzulösen, danach herrscht optische Stille. Skurrile
Schatten werfende, zerrupftem und geknülltem Papier gleich, schweben
Wolkenbatzen weit unter uns. Die Sonne reflektiert im Meer, als ob es sich um
eine aufgeraute, graumetallische Oberfläche handelt. Mit Veränderung des
Winkels verändert sich zunehmend die Farbe nach rosagrau und erinnert an die
Verlaufsfarben von abgeschrecktem Stahl. Unwirklich oder bin ich auf einen
fremden Planeten geraten?
Vielleicht 100 km, nach nur wenigen Minuten, eine Untiefe mit einem grünen
Fleck, vermutlich keine Insel tragend, vielleicht aber einige Schätze in Form
eines aufgelaufenen Schiffes aus dem malaiischen Archipel, vergessen in den
Jahrhunderten der Seefahrt. In etlicher Entfernung tauchen weitere Untiefen aus
und schließlich eine doppelte Perlenkette, zwei Inseln tragend, vermutlich mit
einer Handvoll Palmen, ein wenig an die Malediven
erinnernd, das Collier mit einem V-förmigen Sandbank-Anhänger. Vom Käpt'n
erfahre ich später, dass es sich um die Sprathli Inseln handelt. Schade, ich
fing schon an über die Nationalfahne und Art meiner Diktatur nachzudenken. Als
Hymne wäre sicherlich "Wish you where here" in Frage gekommen. Der
Ozean ist weit, aber nicht leer.
Unter mir ein weiteres Spiegelei mit Strukturen, die einem Kleinstflughafen
entsprechen könnten oder aber einer 400 m - Laufbahn. Vielleicht trainiert hier
jemand inkognito für die nächste Olympiade. 11-13 Palmen sind zu erahnen,
die Anzahl der Kokosnüsse konnte ich auf die Schnelle nicht nachhalten.
In der Ferne wachsen an einer Dunstschicht Wolkenberge heran. Kegel und Blöcke,
langgestreckte Plateaus und Gipfelketten und rufen ein Gefühl von Arktis hervor
- kein Wunder bei -52°C Außentemperatur. Größeres Festland scheint nahe zu
sein.
Die Landung in Manila erinnert mich an meine nächsten Vorhaben.
Wer nur einen kurzen Blick auf Johor Bahru / Malaysia erhaschen möchte, kann mit der Stadtbuslinie 170 fahren. Es gelten Singapurer Tarife.
Auf ungefähr halber Strecke zwischen Singapur und Panang hat sich ein schweizer Bergbauer mit einer Ziegenzucht niedergelassen. Richtig gehört: Ein Züricher Bauer. Roger heißt auch noch mit Nachnamen Bauer und das Ganze ist wirklich kein Witz. Getroffen habe ich ihn in Singapur. Leider musste er für ein paar Tage hierher ausreisen, um mit einem normalen Touristenvisum wieder in Malaysia einreisen zu können. Statt seine Fachkenntnisse zu nutzen, werfen ihm die dortigen Behörden kräftig Knüppel zwischen die Beine und machen ihm das Leben als Landwirt schwer. Es ist also nicht abzusehen, ob er mit seiner schweizer Frau das Familienunternehmen auf Dauer halten kann. Wer trotzdem Interesse hat einmal seine RC Flourpower Farm zu besuchen - sie soll am Rande eines (noch) dichten, ausgedehnten Waldbestandes liegen -, hier die Adresse: Bauer Milk, Kampung Gunung Pasir, Seri Meanti 71550, Negeri Sembilan, Tel+Fax 06 4970587, rbauer@hotmail.com. Stand 2008
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