Philippinen

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© "Nik"Klaus Polak, Bonn, Germany

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Verzeichnis aller Reiseberichte

 

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GNU-Lizenz: Stefan Fussan, www.wikivoyage.org/de/Bild:Map_Philippinen.png (bearbeitet)

Die Reisehandbücher und Kauderwelschbände des Reise Know-How Verlags sind für Individualtouristen schon fast eine Legende. 2001 wurde das "world mapping project", eine Serie von über 200 Landkarten, die die ganze Welt abdecken wird, in Angriff genommen. Ich kenne nichts besseres und möchte sie hiermit ausdrücklich empfehlen. Die Philippinenkarte ist Anfang Januar 2006 druckfrisch bei mir eingegangen. Da sie noch besser werden kann, habe ich unter diesem Link erste Korrekturen erstellt und biete jedem an über E-Mail daran mitzuarbeiten.

Übersicht

= Neu oder Update

Intro

 

Manila update 2008

Mindanao Süd

Luzon Nord neu 2008

Luzon Nordwest neu 2008

Luzon Zentral neu 2008

Provinz Palawan

Visayas

Bicol-Süd 2007

Samar 2007

Camiguin 2005

 

Abspann

 


Die vorliegenden Reiseberichte verstehen sich als Ergänzung und Update zum sehr empfehlenswerten Reisehandbuch "Philippinen" von Jens Peters im gleichnamigen Verlag. Vergesst die veraltete Lonely-Planet-Ausgabe! Allerdings mangelt es in den Randgebieten zunehmend an aktuellen Updates, selbst in den neuesten Auflagen. Unbestreitbar ist Jens aber ein Pionier mit dem Reisehandbuch.
Meine Reiseberichte geben aktuelle Informationen (Reiseroute, Unterkünfte, Attraktionen usw. usf.) und persönliche Erlebnisse auf der Reise wieder. Anmerkungen zum Buch beziehen sich auf die jeweils mitgeführte aktuelle Ausgabe. Meine Reisen fanden 2003, 2004, 2005, 2007 und 2008 statt und umfassen einen Gesamtzeitraum von etwa 18 Monaten.

Ein Klick auf die Buchcover führt direkt zu den Verlagsangeboten.

Die Wasserspiele von James Hamilton-Paterson ist "... ein faszinierendes, keiner literarischen Gattung strikt zuzuordnendes Buch. Es ist der Bericht einer Selbstfindung durch die Erforschung, Erschließung und Beschreibung der philippinischen Küstenwelt; es ist eine ethnographisches Buch über ihre Bewohner, und es ist die Robinsonade eines Mannes, der alle Klischeefallen kennt, die einem schreibenden Mann auf einer Insel drohen." (Die Zeit)
Ein Buch, das ich bei einem Philippinenaufenthalt nur empfehlen kann.
Weitere Literatur und die Buchbeschreibungen finden sich hier.
Wasserspiele
cover
Reisen in den Philippinen (1883)
cover
Philippinen, Abenteuer-Handbuch
cover

Überblick

Die Philippinen (RP) bestehen aus 7107 Inseln, von denen ca. 2000 bewohnt sind. Nur 1000 von ihnen sind größer als 1 km², 2500 namenlos, Nur 11 Inseln haben eine Fläche von mehr als 2.500 km². Der höchster Berg ist Mount Apo mit 2954 m, 37 Vulkane zieren das Inselreich. Der mit 354 km längste Fluss zeigt schon, dass auch die größte Insel bescheidene Ausmaße hat. Das Land wurde 1521 für Spanien von Magellan okkupiert; und er zum Ausgleich von einem einheimische Häuptling namens Lapu Lapu umgebracht.
Der päpstliche Schiedsspruch von 1492 sicherte Spanien die Ausbeutung der westlichen, Portugal der östlichen Welt vor. Im Vertrag von Tordesillas wurde eine Demarkationslinie ungefähr bei 48. westlichen Längengrad gezogen. Da der Antimeridian beim 129. Längengrad liegt, kolonisierte Spanien die Philippinen, während Teile von Neuguinea und Timor an Portugal fielen. 

Die 88-Millionen-Bevölkerung ist zu 82% katholisch, 9% evangelisch, 5% moslemisch, 3% buddhistisch und zu 99,8% voll des Aberglaubens. Mit 2.36% Bevölkerungszuwachs pro Jahr ist die Rate mit die höchste der Welt, entsprechend stellen die Philippinen eine der jüngsten Gesellschaften. Das durchschnittliches Jahreseinkommen liegt bei etwa 1200 US$, weswegen viele multinationalen Konzerne hier produzieren lassen. Ein einfacher Jeepneyfahrer kommt nach einer Studie der Regierung von 2005 auf 105 - 160 Pesos pro Tag! Nach einem Bericht der "Employers Confederation of the Philippines" Anfang 2007 leben 34% der philippinischen Familien unterhalb der Armutsgrenze, die bei 2 $ / Tag angesetzt wird. Die Sulu-Provinz (Daten von 2000) liegt mit 63.2% an der Spitze, Camiguin ist mit 53.1% immerhin noch auf Platz 9. Über 65% der armen Bevölkerung hat kein Zugang zu sauberem Trinkwasser, 52% keine Elektrizität, 43% kein festes Dach über dem Kopf.

2.29 Millionen Touristen besuchten 2004 die Philippinen. Damit wurde das angepeilte Ziel von 2.4 - 2.5 Mio. Besucher zwar verfehlt, es waren aber die meisten Besucher seit 1997, als 2.22 Mio Touristen die Philippinen bereisten, in 2003 waren es lediglich 1.9 Millionen. Die Einnahmen der philippinischen Tourismusindustrie lagen bei 2 Mrd. US-$ nach 1.5 Mrd. US-$ in 2003. Dies ist eine Steigerung von 30.7 %. Dies zeigt, dass die Tourismusindustrie bei der Steigerung des Bruttoinlandsprodukts ein mitentscheidender Faktor ist. Im Durchschnitt gab jeder Tourist täglich US$ 90.76 aus. [Inquirer, März 2005] Nach den Entführungen von 2000 und 2001, die zu einer vollkommenen Fehleinschätzung über die Sicherheit in den Philippinen führte, sicherlich eine gute Entwicklung.

Während meines Aufenthalts April 2008 betrug der Wechselkurs für 1 € = 63 bis August auf 72 (!!) Peso steigend (2007 65-63 P, Januar 2005 74 P, bis Juni auf 67 sinkend; 2004: 67, 2003: 55). Im Flughafengebäude von Manila akzeptieren ATMs EC-Karten mit dem Maestro-Aufdruck, VISA- und MasterCard (siehe auch Tipps zu Geld), es werden aber offensichtlich maximal 10.000 P ausgespuckt, was im Lande je nach Ort und Filiale zwischen 2000 - 10.000 (letzteres meist bei BPI) und seltenen 20.000 (Metrobank und HBSC) variieren kann! Entsprechend häufig werden die Bankgebühren berechnet. Allen ist gemeinsam, dass pro Tag max. 3 Abhebungen möglich sind, oft nur 2. Am günstigsten hat sich in den Vorjahren die Equitable PCI, 2007 in Bicol und Samar die Metrobank (arbeitet nun mit HBSC zusammen) gezeigt. 

Gesprochen wird in vielen Gebieten relativ gutes, wenn auch stark akzentuiertes und gewöhnungsbedürftiges Englisch, in entlegenen Zonen im Norden nur Tagalog, im Süden Cebuano (siehe Links direkt zum Verlag oben), auf einigen östlichen Inseln Waray-Waray. Benutzt wird im allgemeinen Sprachgebrauch, in den Medien, aber auch in offiziellen Ansprachen ein tagalog / englisch - Konglomerat, das als Taglish bezeichnet wird. (Einige Bankautomaten bieten sogar explizit English oder Taglish als Benutzersprache an!) Diese kunterbunte Mischung erhält oft noch als Würze einige spanische Brocken. Sehr alte Menschen sprechen die Sprache der "Eroberer" auch noch rudimentär. Nur in unzugänglichen Gebieten haben sich einige exotische Dialekte und eigene Sprachen erhalten, die viele Philippiner selbst nicht beherrschen.

Verkehrsregeln sind nur rudimentär oder gar nicht vorhanden. Es gelingt also sehr rasch sich anzupassen. An scheinbar unmotiviertes Hupen und Aufblenden wird man sich vermutlich rasch gewönnen können, langsamer oder gar nicht an die unkonventionell lässige Fahrweise. Wenn überhaupt Blinker gesetzt werden, kann die tatsächliche Richtungsänderung verwirren, eindeutige Einbahnstraßenregelungen sind unbekannt, Verkehrsschilder werden höchstens als Vorschlag betrachtet. Das Einbiegen auf Vorfahrtstraßen oder Einfädeln in den fließenden Verkehr erfolgt in der Regel ohne Rückversicherung wie Blickkontakt, zumal Außenspiegel sowieso meist fehlen. Im Zweifelsfall gilt der PS-stärkere oder luxuriösere Wagen, Fußgänger zählen überhaupt nicht, es sei denn sie tragen Uniform. Es wird langsamer und v.a. viel flexibler als in €pa gefahren, trotz der Anarchie ist man aber sicherer als auf heimischem Pflaster. Die dafür häufigeren Unfälle enden i.d.R. mit leichten Blechschäden. In den bergischen Regionen sieht man aber immer wieder Wracks von vollkommen zerstörten Jeepneys, Bussen oder LKWs. Die Luftzusammensetzung in Ballungszentren entspricht in etwa der irdischen Uratmosphäre.

Bei allen Planungen im Land muss der philippinische Faktor berücksichtigt werden!
Dies bedeutet: entweder ist der Busfahrer noch beim Essen, oder der Motor defekt, oder der Behördenchef zur Unterzeichnung von was auch immer gerade nicht da (wie meistens), oder der PC abgestürzt, oder Polizisten vor dem laufenden TV eingeschlafen und trotz Räuspern nicht zu wecken (die Knarre lag direkt greifbar daneben), oder die Küstenwache hat kein Benzin mehr um Dynamitfischer zu verhaften, oder es herrscht brownout, oder der Drucker hat keine Tinte mehr, oder die Auskunftsdaten waren "leider" - sorry, sorry - veraltet, oder ..., oder ..., oder!
Ein anderes Beispiel. Laut Karte gibt es im Café einen Cappuccino. "Please one Cappucino". "Sorry, don't have!" (Es könnte auch heißen: "Sorry, out of stock.") "OK, make me one Cappucino." Zwei Minuten später war er da.
Ansonsten darf man sich nicht wundern. Selbst wenn man jeden Abend in der gleichen Bar nur SML trinkt, bei der Bestellung nach zwei Wochen aber "isang beer" bestellt, wird man mit Sicherheit ein SMB bekommen. Das liegt daran, dass Philippinos jeden Morgen beim Aufstehen reseten. Nicht wahr Susanne?
Verabredungen im Lande unterliegen besonderen Gesetzen. So ist es unhöflich bei einer Einladung um 17 Uhr früher als 17.30 Uhr einzutreffen. Bei wichtigen Terminen sollte man daher immer fragen, ob es sich um ein "philippine date" handelt, auch bekannt als "kerabau time" (= Wasserbüffelzeit).
Immer sollte man bei Preisen die skin tax einrechnen, d.h. Langnasen zahlen mehr.

Feiertage gibt es so einige auf den Philippinen, so am 12. Juni der Unabhängigkeitstag. 2005 fiel er auf einen Sonntag, in einem ähnlichen Fall Pech für Arbeitnehmer in aller Welt. Nicht so auf den Philippinen. Kurz entschlossen wurde der Montag daraufhin als arbeitsfreier Tag deklariert. 2007 legte man ihn dann von Di einen Tag vor, damit ein längeres Wochenende entstand.  

Es muss nachdrücklich vor Trickdieben usw. gewarnt werden. Ein ungewöhnlich mutiges Bekenntnis eines Betroffenen lässt sich im Philippinenboard nachlesen. Hier ein Auszug als Kostprobe:
Es ist 15:00 Uhr und ich schlaendere alleine ueber die Meile.
Ein Filippino spricht mich an, ob ich am Abend nicht auf eine Neueroeffnung einer Agogo kommen wolle. Er wuerde fuer den Laden Promotion machen und koennte mir VIP-Karten besorgen. Neue Maedels aus der Provinz, eine Show, Buffet etc. Das Buffet waehre aufgrund der VIP-Karten frei. So weit so gut, hoert sich alles sehr gut an. Karten koennte er mir in 5 Minuten besorgen. Da er mit dem Tricke dort stand, bietet er mir an, mitzufahren und mir die Karten zu geben. OK, fahre ich halt mit. (Fehler)
Ich duese also mit dem Knaben durch die Gegend! Nach ca. 10 Minuten haben wir das Ziel erreicht. Wir befinden uns mitten in einem Wohnviertel.
Ich ahne schon boeses, bin garantiert auf die Kartenmafia reingefallen. Der Typ bittet mich im Haus zu warten, aber ich verneine, bleibe lieber vor der Bude. Inzwischen lungern 6 Philipinos um mich herum und einer von diesen bittet mich freundlich und gezogener Waffe, das Haus zu betreten. OK, diese Bitte kann ich natuerlich nicht abschlagen. Also rein in die Huette und gucken, was noch so alles passiert!
Im Haus werde ich gefragt, ob ich etwas trinken moechte! Klar, ein Bier. Postwendend bekomme ich ein St. Miguel gereicht. Dann aber kommen die Filippinos endlich zur Sache: Sie wollen ne Runde Karten mit mir spielen. Ich schlage Skat oder Mau Mau vor, aber die Herren wollen doch lieber ne Runde Pokern. No, I don´t like Poker. Mit erneut gezogener Knarre werde ich eines besseren Belehrt. OK, I like Poker! So spiele ich halt eine Runde Poker und harre der Dinge, die da kommen. Natuerlich verliere ich dann die entscheidende Runde! "Give me 10.000,- Piso" bekomme ich von einem meiner Mitspieler um die Ohren gehauen. Tja Meister, woher nehmen? Gerade mal 2000,- habe ich in den Taschen. Dafuer natuerlich mein neues Handy, Kaspers Digitalkamera dabei, sowie eine Goldkette um den Hals. Die Lage scheint aussichtslos, so dass ich erst einmal nach einem weiteren Bier frage. Die anwesendenden Herren sind etwas verdutzt, stellen mir aber tatsaechlich eine neue Flasche hin. Waehrend sechs Filippinos auf mich einbruellen, ziehe ich mir erst einmal mein Bier rein. Muss irgendwie meine Gedanken sortieren, wie ich hier rauskommen soll.
Scheisse Willi, wie kann man nur so bloed sein!

Fortsetzung im Philippinenboard.

Eine sehr gute und umfassende, private online-Übersetzungsdatenbank für Wörter und Phrasen in Deutsch-Tagalog-Cebuano-Englisch von Ana und Richard findet man unter: http://taichi.dyndns.org/dictionary/main.jsp.
Überlegenswert sind kleine Geschenke für Kinder wie überzählige Kugelschreiber, winterliche Postkarten etc. von zu Hause mitzunehmen. Forderungen nach Geld sollte man tunlichst überhören.

Wer (kleine) Orte sucht (Name bzw. die Anfangsbuchstaben) oder die Provinz, bekommt man eine sehr detaillierte Karte geliefert. Auch die Aviation-Waypoints bzw. geografischen Koordinaten und Flugplätze sind aufgelistet: Orte, Provinzen und Flugplätze auf den Philippinen. Auch die Wetterstatistik ist recht interessant. Falls es SEHR detaillierte Karten allerdings ohne Ortsangaben sein müssen, kann die gute alte NASA weiterhelfen, also Satellitenkarten unter http://eol.jsc.nasa.gov/sseop/clickmap/.

Flüge

Der Markt ist seit einigen Jahren stark in Bewegung. Aktuelle Informationen kann man u.a. im Philippinenboard erfragen. Die Preiskämpfe haben u.a. dazu geführt, dass an Bord weder Getränke noch Essen umsonst sind. Auch nicht bei einem internationalen, dreieinhalbstündigen Flug mit Cebu Pacific von Manila nach Bangkok! Erst nach Insistieren und dem Hinweis kein Cash zu haben, bekam ich ein Glas Wasser kostenlos. Das müsste mal rechtlich hinterfragt werden, zumindest mir erscheint es bedenklich. 

Medizinisches

Diese Informationen sollen warnen, an sinnvolle und hilfreiche Vorbeugung denken lassen, aber keinesfalls abschreckend wirken!

Medizinische Vorsorge sollte, wie überall in den Tropen, besonders in Richtung Mücken, Sandfliegen, Bettwanzen, andere makroskopische Parasiten und "übliche" Tropenerkrankungen betrieben werden. Zu letzteren gehören auch Erkältungen, verursacht häufig durch die oft gnadenlos arbeitenden AC-Anlagen. Mit Hustenmitteln kann man in den Philippinen Millionär werden. 
Das Land sind nicht malariafrei! In der Trockenzeit hält sich das Risiko aber in Grenzen, eine Prophylaxe wird heutzutage für Südostasien NICHT mehr empfohlen, von der WHO der UNO sogar ausdrücklich abgelehnt!!! Siehe dazu ausführlicher hier. Es gibt keine Impfung, wie vielfach vermutet wird!

Aedes aegypti, die Überträgerin des Dengue-Fiebers, vermehrt sich wie überall in Südostasien rasant. In der ersten Jahreshälfte 2006 wurden in den Philippinen 6695 Dengue-Fälle bekannt, 2007 im gleichen Zeitraum 7361 (10% mit tödlichem Ausgang!), davon allein gut 1250 in Manila. Hinzu kommen viele undokumentierte Fälle. Laut einer Mitteilung der PNA (Manila; veröffentlich in Sun Star Davao, 16. Juni 2007) zirkulieren 2007 erstmals alle vier Virenarten - vor allem in Manila -, was eine Pandemiegefahr deutlich steigert. Bei entsprechender Expositionsprophylaxe, wie bei der Anophelesmücke, ist auch hier bei Reisen in der Trockenzeit keine Panik angebracht!! Eine Impfung gibt es nicht, ein Vakzin ist nicht abzusehen.
In der Region begegnet man zudem den besonders peinigenden Sandfliegen (siehe effektive Bekämpfung und Vorsorge; auf den Philippinen noch Leishmaniose-frei!), im Lande auch Nik-Niks genannt.

Nach Aussagen deutscher Ärzte vor Ort sind die häufigsten Verletzungen allerdings Schürf-, Brandwunden und Brüche (Korallen, Moped), also an entsprechendes Erste-Hilfe-Material denken. An zweiter Stelle kommen Durchfallerkrankungen, dann Erkältungen und die ganze Palette der übermäßigen Sonnenexposition! Immerhin kommen auch mehr Menschen durch Kokosnüsse um, als bei Flugzeugabstürzen.

Handy, Cellphone, Mobile

Wer mit einem Handy anreist, das alle drei weltweiten Frequenzbereich abdeckt (z.B. schon das gute 12 Jahre alte Siemens M35), kann sehr günstig mit philippinischen SIM-Karten im Land und ins Ausland telefonieren. Sie kostet 150 incl. ein paar Pesos erstes Guthaben. Sollte das Handy an einen deutschen Anbieter gebunden sein: keine Sorge, für 2-300 P wissen die Jungs wie man es freischaltet. Für ein Extrageld werden in größeren Städten auch leicht zu merkende Telefonnummer verkauft; wer allerdings eine 0198 7777777 haben will, muss schon über 1000 P auf den Tisch legen. 
In Manila und Umgebung eignet sich besonders der Anbieter Globe, für abgelegeneren Gebiete in den Visayas (siehe Inhaltsverzeichnis oben) und v.a. auf Palawan ist Smart zu empfehlen. Viele kleine Geschäfte bieten einen SIM-Tausch von einem zum anderen Anbieter an. Die Minute nach Europa, egal ob zum Festanschluss oder auf ein Mobiltelefon kostet um die 25 P. Es wird je nach Anbieter nach der ersten Minute oder direkt im 6-Sekundentakt abgerechnet. Zusätzlich gibt auch noch spezielle Nummern, über die es noch preiswerter geht. Mit den Prepaid-Karten erwirbt man ab 100 P auch eine steigende Anzahl von kostenlosen inländischen SMS, nach Europa sind 25 P fällig. 
Zumindest bei Smart besteht auch die Möglichkeit mit dem Mobiltelefon E-Mails zu verschicken. Dabei gibt man im SMS-Textfeld zunächst die E-Mailadresse an, gefolgt von einem Leerzeichen (wichtig!). Dann folgt der Text, bei älteren Telefonen insgesamt nicht mehr als 150 Zeichen, offensichtlich kann man diese bei neueren Geräten auf 450 erweitern. Nun versendet man das Ganze an die Telefonnummer 200. Pro E-Mail werden 2.50 P abgerechnet, ins Ausland um 4.50 P. Es soll noch der Trick bestehen, auf eine eingehende E-Mail direkt zu antworten, sprich nicht über die 200. Anscheinend umgeht man dabei die Gebühr. Dies habe ich aber noch nicht ganz sicher herausgefunden. Die Fortsetzung einer nur teilweise eingegangenen E-Mail erhält man durch "more 2" (ohne Anführungsstriche) an die 200 und nicht durch senden von G an die 2002, wie irreführend gemeldet wird. So ganz von der Funktionalität bin ich aber noch nicht überzeugt.
Achtung: Smart löscht angeblich eingehende, nicht abgerufene SMS nach 9 h von seinem Server.
Anrufe, deren Telefonnummer man nicht kennt und die per SMS um Rückruf bitten, sollte man direkt löschen, da sie zu Werbezwecken platziert werden und i.d.R. kostenpflichtig sind.
Beide Anbieter haben in Europa Abkommen geschlossen, so dass SMS und Anrufe zu einem äußerst günstigen Preis zu den Philippinen getätigt werden können. Aber Achtung: genügend Prepaid-Karten mitnehmen (Aktivierung über eine Spezialnummer) und darauf achten, dass man das Guthaben nicht voll ausschöpft. In dem Falle funktioniert es nur noch mit einem sog. "basar-load", eine Art Überweisung von Guthaben bis 50 P zwischen zwei Handys.

SIM-Karte für den nächsten Aufenthalt erhalten
Die Karte verfällt, wenn man sie nicht nach einem bestimmten Zeitraum wieder auflädt. Wer also eine schöne Nummer gekauft hat, kann sie für das nächste Jahr nicht einfach wieder benutzen. Hier hilft es, kurz vor Abflug an die Nummer (Smart!) 333 eine SMS mit dem Text "roam on" zu schicken. Kurz darauf erhält man eine Bestätigung. Nun kann man (fast) weltweit noch SMS erhalten und verschicken (kostet 25 P), allerdings keine Gespräche während der "Auslandszeit" führen. (Funktioniert nachweislich in Deutschland, Thailand, Singapur und Indonesien!) Voraussetzung ist, dass man noch mindestens 100 P Guthaben hat, zudem muss man über Chicca (zuvor Account einrichten) oder PayPal (dito) in gewissen Abständen seine SIM-Karte wieder nachladen. Dies könnte auch ein guter Bekannter auf den Phils erledigen, dem man in Deutschland dafür Geld überweist oder ihm was da gelassen hat. Mit "roam off" loggt man sich auf den Phils dann wieder ein. Genaueres siehe im Philippinenboard

Touristenvisum

Quelle: Philippinenforum Philboards, modifiziert nach einem Beitrag von mani (Stand 6/2005).
Bei der Einreise erhält man für 21 Tage eine Aufenthaltsgenehmigung (das ist kein Visum), diese kann dann jeweils um einen Monat oder gleich um zwei Monate verlängert werden. Nach insgesamt 59 Tagen im Land kann wieder verlängert werden. Das geht dann bis zu einem Jahr, dann muss (oder sollte) man für einige Tage ausreisen, kann wieder einreisen und das Ganze von vorne beginnen.
Auch bei einer Philippinischen Botschaft in einem €land ist ein Visum erhältlich, das für maximal 59 Tage gültig ist. Wer länger auf den Phils bleibt kann dieses wiederum wie oben verlängern lassen. Es gibt auch andere Visa-Arten, die für die meisten Touristen aber nicht in Frage kommen.
Die Immigrationsbehörde in Manila ist sehr formell (Bekleidungsvorschriften!) und langwierig. Es empfiehlt sich, ein Büro einzuschalten. Meine Erfahrungen in den etwas legereren Außenbüros (Fieldoffice) von Puerto Galera / Mindoro, Boracay und Puerto Princesa / Palawan sind ausgesprochen positiv!

Die Gebühren für Verlängerungen im einzelnen: Pesos
Monthly Application Fee (pro Monat Verlängerung)  300
Monthly Extension Fee (pro Monat Verlängerung) 500
Head Tax (über 59 Tage fällig) 250
Immigration Clearance Certificate [ECC] (über 59 Tage fällig) 700
RE-ACR (über 59 Tage fällig) 250
Legal Research Fee 40
Express Fee 500

Die Expressgebühr wird seit einigen Jahren immer automatisch verrechnet, egal wie lange es dauert.
Wer länger als 3 Monate bleibt, hat die Gebühren für über 59 Tage pro Jahr (mind. aber die ECC) nur einmal zu zahlen. Das gilt auch, wenn der letzte mehrmonatige Aufenthalt im vorherigen Kalenderjahr stattfand, aber noch innerhalb der 12-Monatsfrist liegt. Alle Belege also gut aufheben, notfalls auf das letzte Visum im Pass hinweisen! Alle Gebühren sind offiziell, es muss einen Beleg dafür geben, der ohnehin bei der Ausreise am Flughafen verlangt wird (dass die ECC bezahlt wurde). Also nicht verlieren, in den Pass einheften!
Overstay
: eine Überziehung der erteilten Aufenthaltsgenehmigung kostet pro Monat 1.050 Peso, zzgl. der Verlängerungsgebühren. Dies ist an und für sich kein Drama, schwarze Listen gibt es dafür gewiss nicht. Allerdings kann es zu einem unfreiwilligen Aufenthalt im Immigration Dentention Center (Auslieferungsgefängnis) kommen, wenn man eine zu lange Überziehung (Monate) hat. Im Prinzip lässt sich das aber auch mit Geld regeln, grundsätzlich sollte es vermieden werden. Ist ein längerer Aufenthalt geplant, kann es empfehlenswert sein den Pass nach der Ankunft bei einer Agentur in Manila abzugeben. Diese erledigt die Verlängerungen gegen eine geringe Gebühr. Vor der Abreise verbringen die meisten ohnehin meist eine Nacht in Manila (wenn sie nicht von Cebu oder Davao - siehe auch Weiterreise nach Manado / Philippinen - ausfliegen), dann holt man sich den Pass zurück. Auf Reisen innerhalb der Philippinen benützt man eine Fotokopie des Reisepasses incl. Visum und einer Bescheinigung der Agentur. Die Überziehung sollte immer vor Abreise erledigt werden und nicht am Flughafen: wenn man einen falschen Beamten erwischt ist der Flug u.U. weg.

Siehe auch Verlängerung des Visums in Manila.

Reisen bildet - sollte man meinen

Eine breit angelegte Studie (siehe "Spiegel", Februar 2004) hat dies allerdings nicht bestätigen können. Und so verwundert es nicht, dass als Ergebnis u.a. festgestellt wurde: Vorurteile werden eher verstärkt als abgebaut! Dazu einige sehr persönliche Anmerkungen zu "Slums".

Viele stellen sich tropische Länder mit verarmter, zumindest aber unter primitivsten Bedingungen lebender Bevölkerung vor. Ich greife einfach mal das Beispiel Philippinen auf und könnte auch andere sog. Dritte-Welt- oder Schwellen-Länder nennen.
Zunächst ist dieser Eindruck sicherlich kein Wunder, insbesondere wenn man bisher hauptsächlich über die Düsseldorfer Kö oder durch die Dorstener Innenstadt gelaufen ist. Wenn man die vielen Bettler in Manila, die Slums neben den Mega-Malls (riesige, hochmoderne, klimatisierte Einkaufszentren) und aus den hochmodernen AC-Bussen bei einer Fahrt durch das Land die meist sehr einfachen Verhältnisse sieht, dann kommen schon spezifische Vorstellungen über Armut, Elend, Slums auf. 

Nur, wer geht schon einmal in die Viertel Manilas, wo sich die gehobene Mittel- und Oberschicht niedergelassen hat? Hier kommt der nach Palmen mit weißem Sandstrand (und durch die ungeklärten Hotelabwässer abgestorbenen Korallenriffe) hechelnde Kurzzeittourist kaum hin, denn Kulturelles gibt es nicht zu sehen und protzige Privatpaläste, die selbst die Bestverdienenden in Europa vor Neid erblassen lassen, möchte so recht auch keiner fotografieren. Und so reist der Tourist weiter mit seinen Vorstellungen von pittoresken Bauernsiedlungen, in denen fließend, vor allem aber sauberes Wasser immer noch ein rares Gut sind, weiter. Auch Spaziergänge durch die vielen Malls dürften eher selten sein. Dabei sind gerade diese ein Magnet für die von Luftverschmutzung (die Luftzusammensetzung ähnelt etwa der Uratmosphäre), durch Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit geplagte Bevölkerung. Wo bitte schön haben wir in €pa schon derartige Konsumpaläste? Und ein Gang durch die Slums? Begaffen der Armut? Elendstourismus? Das kommt für fast alle natürlich nicht in Frage.

Aber viele würden bass erstaunt sein, wenn sie diesen Gang einmal wagen würden. Da stehen in den ärmlichsten Bretterbuden und Wellblechbaracken Kühlschränke, Fernsehgeräte und DVD-Player. Sogar Miete ist zu zahlen, sie beträgt etwa 500 - 1000 Pesos (ganz grob 40 - 80 €) pro Monat. Es gibt kleine Lebensmittelgeschäfte, wo nicht vergammeltes Obst und Gemüse angeboten wird, sondern in den Regalen finden sich neben den einheimischen auch westliche Produkte, liegen Weinflaschen, auf denen sich kein Staub niederlegt. Auf einfachen Kochstellen gibt es ausreichend Fisch und Fleisch und Reis, die Hütten werden wirklich Interessierten (nicht Gaffern!) stolz und bereitwillig gezeigt. Die Säuberung der Wege in vielen der sogenannten "Slums" ist organisiert, auch wenn bei weitem nicht alles klinisch rein ist. Schilder am Eingang weisen darauf hin nicht im Bett zu rauchen - im schlimmsten Falle das Todesurteil für das ganze Gebiet, wenn ein Feuer ausbricht. 5 Ein leidiges Problem sind die Abwässer, denn die Stadtvorderen erinnern sich zumeist nur kurz vor dem Stichtag an dieses Wählerpotenzial. Und so dümpeln die trägen Wasserläufe durch die Stadt, beladen mit allem, was auf -itis endet, eine Bazillenbombe, die jeden €päer in kürzester Zeit den Garaus machen würde, die einheimischen Kinder sich aber ihrem Badevergnügen hingeben. Auch Elektrizität ist ein von den Politikern negiertes Problem. Also wird der Strom natürlich von irgendeiner öffentlichen Leitung illegal abgezapft und wenn möglich auch gleich noch die Telefon- und Wasserleitung. Auf Dauer möchte keiner bleiben, aber wer lebt nun hier? Es handelt sich zumeist um Arbeiter vom Lande, die ein paar Jahre in einer Großstadt - nicht nur in Manila - arbeiten, das hart verdiente Geld nach Hause schicken und vor Ort preiswert leben wollen und müssen. Auch Studenten aus bescheidenen Verhältnissen finden für einige Zeit eine bezahlbare Bleibe. 

Ich möchte hier keine falschen Vorstellungen aufkommen lassen. ICH möchte dort nicht wohnen und auch nur annähernd vergleichbar mit einem vergnüglichen, sorgenfreien Leben ist es allemal nicht. Aber MEINE vorgefertigte Vorstellung von Slums musste ich zumindest teilweise revidieren. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Begriff falsch gewählt ist und nicht mit den Elendsslums in anderen Ländern vergleichbar ist. Aber daran wage ich nach meinen vielfältigen Reisen langsam zu zweifeln. (Siehe aber auch 2 und 3.)
Sicherlich, es gibt sie, die Ärmsten der Armen, keine Frage, und das auch in nicht geringer Zahl. Aber die leben auf der Straße, unter Plastikfetzen auf einigen Zentimetern isolierender, oft nasser Pappkartonhaufen, dreckig, hungrig, dringend medizinischer, sozialer und barmherziger Hilfe bedürftig, geduckt an Zäunen und Wänden vegetierend, denn "Slums" können sie sich nicht leisten. Allein mit über 200.000 Straßenkindern in Manila wird als unterste Grenze gerechnet.

Und was ist mit diesen mitleiderregenden Bettlern, die sich in den touristischen Zentren Manilas, in Makati, Ermita und Malate die Klinke in die Hand geben? Sollte man nicht etwas Geld für Gewissen und Mitgefühl springen lassen? Auf keinen Fall warnen viele Expats und Experten von sozialen Institutionen! Es gibt in- und ausländische GO- und NGO - Hilfsorganisationen 1, die sich um die Bewältigung dieser Armut bemühen. Eine Spende hierher ist angebrachter. Die allgegenwärtigen bettelnden, immer aggressiver fordernden Hände, die großen erwartungsheischenden oft übermüdeten Augen, Kinder sich den Rücken krumm tragend mit aufgezwungenen, schlafenden Kleinstkindern in den Armen; sie alle sind in fast schon mafiösen Strukturen organisiert, müssen allabendlich den überwiegenden Anteil an einen Patron abführen, die bedauernswerten Kinder an die Eltern, die sie auch noch vom Schulbesuch abhalten. 
Es lohnt sich, das Geschäft mit der Armut, die meisten westlichen Touristen haben immer noch soviel Kleingeld in der Tasche, dass ein Bettler oft mehr verdient, als einer geregelten Arbeit nachzugehen. Darin sollte man sie nicht unterstützen - und wenn das Mitleid zu sehr drückt, dann nur die kleinsten Münzen geben. Aber besser ist es z.B. den Schuhputzerservice in Anspruch nehmen. Die liefern prima Qualität! (Siehe auch 4.)

1 GO    = Government Organisation (Regierungsorganisation)
   NGO =
Non Government Organisation (Nicht-Regierungsorganisation - oft privat). Nur beispielhaft seien erwähnt:

2 Dossier "Die Fledermausmenschen von Manila", DIE ZEIT, 16.12.2004
3
... den nachdenklich stimmenden Bericht in Timmerbergs Reise ABC, dessen Buch ich hiermit insgesamt für Reisende empfehlen möchte.
4
Nicht nur für Kinder ist der Beitrag "Das gefährliche Leben der Müllkinder" von Manila in Geolino, 5/2001, ISBN 3-570-1930-2, geeignet.
5
10.07.2006, 4:30 Uhr brach in einem der größten Slums in Manila aus unklaren Gründen ein Feuer aus. Es konnte sich schnell ausbreiten, da die meisten Unterkünfte aus leicht brennbarem Materialien gebaut waren. Die Feuerwehrleute konnten in den engen Gassen nur unter Schwierigkeiten zum Brandherd vordringen und das Feuer erst nach drei Stunden löschen. Ein Mann kam in den Flammen um, sechs weitere Personen erlitten Brandwunden, Rauchvergiftungen und Schnittwunden.

Und hier noch eine Geschmacklosigkeit wie sie wohl nur in den USA vorkommen kann:
Im US-Bundesstaat Georgia gibt es seit Juni 2003 einen Freizeitpark der besonderen Art. Es handelt sich um einen Slum-Erlebnispark. In den nachgestellten Hütten können die Besucher das Leben in einem Elendsviertel der Dritten Welt nachvollziehen.

Philippinen-Links


Die Deutsche Schule in Manila stellt sich in deutscher Sprache vor.


Abspann

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Niks Reiseberichte

Fasten seatbelt ... und dann niks wie weg!

 

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